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Fan-Randale: DFB-Kontrollausschuss ermittelt

Frankfurt/Main (dpa) - 15.03.2010, 15:24 Uhr

Fußball-Chaoten haben in Berlin die Trainerbänke umgeworfen und zerstört.
Fußball-Chaoten haben in Berlin die Trainerbänke umgeworfen und zerstört.

Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat ein Ermittlungsverfahren wegen der Fan-Randale von Berlin eingeleitet. Wie ein DFB-Sprecher bestätigte, wurde Bundesligist Hertha BSC zu einer «zeitnahen Stellungnahme» aufgefordert.

Der Sicherheitsbeauftragte des DFB, Helmut Spahn, hat eine schonungslose Analyse und weitreichende Konsequenzen angekündigt. Der Kontrollausschuss wird auch Fernsehbilder und Ermittlungsergebnisse der Polizei auswerten und dann entscheiden, ob er Anklage vor dem Sportgericht erheben wird, wovon auszugehen ist.

Spahn könne nicht ausschließen, «dass Maßnahmen getroffen werden müssen, die auch die Rechte der friedlichen Fans beschränken können», sagte Spahn in einem Interview auf der Verbands-Homepage. «Wir müssen die Situation genau analysieren, müssen schauen, welche Versäumnisse vorliegen und daraus die Konsequenzen ziehen», erklärte Spahn.

Vorschnelle Strafen, wie etwa die von der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) geforderten «Geisterspiele», lehnte er jedoch ab: «Ich kann mit solchen populistischen Forderungen nichts anfangen.» Der DFB sei gerade dabei, einen Runden Tisch mit Vertretern der Vereine, der Innenminister-Konferenz, des DFB, der DFL, der Polizei und der Fans vorzubereiten. Der DFB-Verantwortliche nahm ausdrücklich auch die Anhänger in die Pflicht. «Ich setze da ein Stück weit auf einen Selbstregulierungsprozess unter den Fans», sagte Spahn.

Nach dem 2:1-Sieg des 1. FC Nürnberg bei Schlusslicht Hertha war es im Olympiastadion zu Ausschreitungen gekommen. Bis zu 150 Chaoten aus dem Berliner Fanblock hatten nach dem Abpfiff den Graben überwunden und waren in den Innenraum der Arena gestürmt. Die Chaoten zerschlugen Plastik- und Glaswände im Bereich der Trainerbänke und zerstörten zahlreiche Stühle. In Berlin versuchten rund 80 Ordnungskräfte zunächst zu deeskalieren. Erst nach einigen Minuten schritten Polizisten gegen die Randalierer im Stadion-Innenraum ein. Die Polizei hat 26 Strafverfahren gegen Randalierer eingeleitet.


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