Bayern auf Wolke sieben - Leverkusen in Zugzwang
Düsseldorf (dpa) - 12.03.2010, 13:00 Uhr
Die Spieler vom FC Bayern München sind in Siegerlaune.
In der Champions League im Viertelfinale, im DFB-Pokal unter den letzten vier Teams und in der Meisterschaft auf gutem Weg zum Titel - beim FC Bayern München wächst der Glaube an ein glorreiches Saisonfinale. Rechtzeitig vor Beginn der entscheidenden Bundesliga-Wochen scheint das Selbstvertrauen beim Branchenführer grenzenlos. Selbst die Niederlage von Florenz wurde als Indiz für gewachsene Reife gewertet. Bei aller Freude über die famose Entwicklung der Mannschaft warnte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge mit Blick auf die Partie gegen den SC Freiburg vor allzu großer Euphorie: «Wichtig ist, dass wir jetzt nicht anfangen zu träumen.» Nach dem inspirierenden 2:3 von Florenz, das zwar die lange Erfolgsserie von zuvor 18 Pflichtspielen ohne Niederlage beendete, aber den Verbleib in der europäischen Königsklasse sicherte, steht der Rekordmeister vor einer vermeintlich leichten Aufgabe. Mit einem Sieg über den seit elf Bundesliga-Spielen erfolglosen Tabellen-Vorletzten aus Freiburg soll die Pole-Position im Titelkampf gewahrt werden. Weniger der Gegner als vielmehr die Belastungen der englischen Woche bereiten Sorge. «Physisch ist das kein Problem, aber im Kopf ist das manchmal nicht so einfach», sagte Mittelfeldspieler Mark van Bommel voller Hoffnung auf eine gelungene Rückkehr in den Bundesliga-Alltag.
Einen Rückschlag können sich die Bayern angesichts des knappen Tabellenvorsprungs nicht leisten. Schließlich müssen sie Anfang April gegen die beiden Mitbewerber FC Schalke 04 und Bayer Leverkusen auswärts antreten. Mit Blick auf diese wohl vorentscheidenden Partien hofft Offensivspieler Thomas Müller auf einen Ausbau der Führung: «Wir haben eine Aufgabe in der Bundesliga. Und wir können uns jetzt einen Vorsprung erarbeiten.» Ob es zu einem finalen Dreikampf an der Spitze kommt, wird sich am 26. Spieltag weisen. Gelingt den zuletzt dreimal erfolglosen Leverkusenern auch im Spitzenspiel gegen Verfolger Hamburger SV kein Sieg, sind sie vorerst aus dem Rennen. Viel wird davon abhängen, wie das Team von Trainer Jupp Heynckes die erste Saisonniederlage in Nürnberg und das erneute Gerede vom nervenschwachen «Vizekusen» verkraftet. «Für uns ist es das wichtigste Spiel des Jahres», befand Bayer-Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser. |