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Beckenbauer: «Der Fußball braucht Zwanziger»

Frankfurt/Main (dpa) - 12.03.2010, 11:26 Uhr

Für DFB-Präsident Theo Zwanziger steht viel auf dem Spiel.
Für DFB-Präsident Theo Zwanziger steht viel auf dem Spiel.

Franz Beckenbauer hat vor der Präsidiumssitzung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) Präsident Theo Zwanziger den Rücken gestärkt.

«Das kann nicht sein, dass Theo Zwanziger wegen dieser Geschichte zurücktritt. Der Fall Amerell ist es nicht wert, ein solches Amt aufzugeben. Der deutsche Fußball braucht Theo Zwanziger», sagte der «Kaiser» in einem Interview mit der «Bild»-Zeitung. Der ganze DFB stehe hinter Zwanziger. Der Verbandschef ist wegen seines Krisenmanagements im Schiedsrichter-Skandal um Manfred Amerell in die Kritik geraten.

Beckenbauer übte jedoch auch Kritik an der Vorgehensweise des DFB. «Sicher sind auch Fehler gemacht worden. Vielleicht wäre der DFB besser beraten gewesen, diese Angelegenheit gleich dem Staatsanwalt zu übergeben. Aber das kann überhaupt kein Grund für Zwanzigers Rücktritt sein», meinte er. «Völlig ausgeschlossen» sei, dass er Nachfolger von Zwanziger werde. «Nicht eine Sekunde käme ich auf die Idee, DFB-Präsident zu werden», sagte der 64-Jährige. «Ich bin der Meinung, Zwanziger muss die Sache jetzt durchziehen, und der DFB muss auch voll hinter ihm stehen. Da muss er jetzt durch.»

Auch Gerhard Mayer-Vorfelder unterstützte Zwanziger. «Ich habe vollstes Vertrauen, dass der Präsident die richtigen Entscheidungen treffen wird», sagte der Ehrenpräsident des Deutschen Fußball-Bundes in Frankfurt/Main. «Ich denke nicht, dass es um seine Person geht.» Mayer-Vorfelder bildete von 2004 bis 2006 gemeinsam mit Zwanziger die Doppelspitze des größten Sportfachverbandes der Welt.

Zwanziger wird in der DFB-Zentrale in Frankfurt/Main seinen 18 Kollegen im Präsidium und den insgesamt 57 Vorstandsmitgliedern ausführlich Rede und Antwort darüber stehen müssen, warum der DFB so spät von den gegen Amerell erhobenen Vorwürfen der sexuellen Belästigung erfuhr. Schiedsrichter-Chef Volker Roth hatte die von Bundesliga-Referee Michael Kempter gemachten Aussagen erst einen Monat später weitergeleitet. Amerell bestreitet die Vorwürfe. Weil der frühere DFB-Funktionär Amerell Zwanziger eine einseitige Aufklärung vorwirft, hat der Verband angekündigt, ihn wegen übler Nachrede und Verleumdung anzuzeigen. Amerell unterstellt dem DFB- Präsidenten zudem, den Unparteiischen Markus Wingenbach aus seinem Heimatverein VfL Altendiez unrechtmäßig befördert zu haben.

Beckenbauer forderte ein Ende des Theaters. «Es muss jetzt Schluss sein mit diesen Nebenkriegs-Schauplätzen und Eitelkeiten. In ein paar Wochen haben wir WM. Das ist viel wichtiger als der Fall Amerell.»


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