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Schalke auf Höhenflug - Magath stapelt tief

Frankfurt/Main (dpa) - 07.03.2010, 10:36 Uhr

Schalke-Trainer Felix Magath geht beim Spiel seiner Mannschaft körperlich mit.
Schalke-Trainer Felix Magath geht beim Spiel seiner Mannschaft körperlich mit.

Bundestrainer Joachim Löw erklärte den FC Schalke 04 nach dem 4:1-Coup bei Eintracht Frankfurt spontan zu einem heißen Titelanwärter, Felix Magath stapelte trotz des fortgesetzten Höhenfluges der «Königsblauen» weiter tief.

«Wir spielen jetzt gegen Stuttgart, Hamburg, Leverkusen und die Bayern. Da müssen wir uns ganz schön strecken. Erst danach kann man sagen, wohin die Reise geht», erklärte der gewiefte Schalke-Coach. Nur noch zwei Punkte beträgt der Rückstand auf den FC Bayern München, doch als Bayern-Jäger sieht Magath sein junges Team nicht. «Wir haben unsere Situation in der Tabelle stabilisiert, mehr nicht.»

Mit Köpfchen und Routine meisterten die Gelsenkirchener die hohe Auswärtshürde in Frankfurt und beeindruckten damit auch den Bundestrainer. «Schalke kann in den Titelkampf eingreifen. Sie kommen aus dem Hinterhalt, das macht sie gefährlich. Das war ja letzte Saison mit Wolfsburg auch so. Mit denen hat ebenfalls keiner gerechnet», sagte Löw.

Magath sieht indes keine Parallelen zu seinem Meisterstück mit den «Wölfen» im Vorjahr. «Dort hatten wir eine andere Grundlage, weil wir schon im zweiten Jahr zusammengearbeitet haben. Außerdem hatten wir mit Dzeko und Grafite den besten Sturm und mit Misimovic den besten Vorbereiter der Liga. Jetzt haben wir vielleicht den besten Torjäger, aber das allein reicht nicht», sagte Magath.

Der beste Torjäger heißt Kevin Kuranyi und könnte mit dem Gewinn der Meisterschale einen perfekten Abschied feiern. Denn die finanziell klammen Schalker werden sich die Dienste des 28-Jährigen, dessen Vertrag am Saisonende ausläuft, in der Zukunft kaum leisten können. «Wir sind derzeit nicht in der Lage, Kevin an uns zu binden», meinte Magath. Juventus Turin buhlt bereits um Kuranyi, der eine Minute vor Schluss sein 13. Saisontor erzielte.


Zuvor hatten Joel Matip (12.) und Benedikt Höwedes (15.) jeweils per Kopf für die beruhigende Führung gesorgt; Ivan Rakitic (80.) machte nach dem Anschluss durch Alexander Meier (52.) alles klar. «Man kann aber nicht von einer souveränen Leistung sprechen, denn nach dem 1:2 sind wir ganz schön ins Rudern gekommen. Der Sieg war nicht so deutlich wie er vom Ergebnis erscheint», bemängelte Magath.

Torhüter Manuel Neuer, der unter den Augen von Löw eine fehlerfreie Partie bot, trat daher auf die Euphoriebremse. «Jetzt über die Meisterschaft nachzudenken wäre falsch. Wir müssen erst einmal den Monat März überstehen. Da warten sehr schwere Spiele auf uns, deshalb können wir keine Prognose abgeben», sagte Deutschlands derzeitige Nummer 2. Generell sieht er hervorragende Perspektiven für Schalke, denn die Zeiten der Cliquenwirtschaft scheinen vorbei. «Wir können uns alle aufeinander verlassen», beschrieb Neuer das neue Betriebsklima.

Das ist auch bei der Eintracht intakt, die jedoch ihre Grenzen deutlich aufgezeigt bekam und den Traum von Europa wohl begraben muss. «Über die erste Halbzeit bin ich maßlos enttäuscht. Das war unter dem Niveau, was wir in der Rückrunde gespielt haben. Die Niederlage war verdient», meinte Frankfurts Trainer Michael Skibbe. Erst nach einem Donnerwetter in der Pause wachten die Hessen auf, wurden in der Schlussphase aber eiskalt ausgekontert. «So wie in der ersten Halbzeit kann man nicht auftreten. Das war Scheiße», räumte Mittelfeldspieler Patrick Ochs selbstkritisch ein.

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