Mit links entledigte sich Lukas Podolski fast aller Nöte. 174 Tage oder 1425 Spielminuten hatte der Fußball-Profi auf diesen Moment warten, Kritik und sogar Polemik ertragen müssen. Ausgerechnet gegen seine alten Bayern-Kumpels bannte er den Fluch.
Böse Zungen könnten nun behaupten, Podolskis 1. FC Köln hätte sich die Rückholaktion des einst an die Münchner verlorenen Sohnes bislang je Treffer fünf Millionen Euro kosten lassen. In der schnöden Berechnung richtig, in einer sachlicheren Analyse falsch. Denn mit Podolskis Heimkehr an den Rhein schwappte eine ungeahnte Welle der Begeisterung durch Köln, mehr als 20 000 wohnten seinem ersten Training nach dem Exil an der Isar bei: Podolski belebte eine ganze Fußball-Region.
Er rieb sich auf, wurde zum Herdentier, rannte rauf, rannte runter, holte sich hinten den Ball, um ihn vorn verwandeln zu wollen. Doch der einstige FC-Lausbub aus dem nahen Bergheim spürte die wuchtige Last der riesigen Erwartungen bei Fans und Club und wurde kaum mit ihr fertig. «Klar ist dieses Tor wichtig für mich», hielt er nach der befreienden Aktion fest. Und konnte wieder scherzen: Er denke darüber nach, sich die böse Minuten-Zahl tätowieren zu lassen - obwohl sie ihn «eigentlich gar nicht mehr interessierte».