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1. FC Nürnberg: Kriminellen keine Chance geben

Nürnberg (dpa) - 03.03.2010, 14:54 Uhr

In deutschen Stadion ist Pyrotechnik, hier bei Rostock gegen St. Pauli, verboten.
In deutschen Stadion ist Pyrotechnik, hier bei Rostock gegen St. Pauli, verboten.

Fußball-Bundesligist 1. FC Nürnberg hat aus den jüngsten Krawallen seiner Fans erste Konsequenzen gezogen und will mit strengen Maßnahmen künftige Ausschreitungen vermeiden.

«Wir wollen Straftaten verhindern und Kriminellen keine Chancen geben, den Fußball und unseren FCN zu missbrauchen», sagte Sportdirektor Martin Bader am Mittwoch. Für Auswärtsspiele soll es nur noch personalisierte Eintrittskarten geben. Personen, die vor kurzem auffällig geworden sind, werden nach Einleitung eines Ermittlungsverfahrens mit einem Stadionverbot belegt. Im Bundesliga- Spiel des FCN am vergangenen Samstag in Bochum waren durch das Abbrennen von Pyrotechnik neun Personen im Fan-Block des «Club» verletzt worden, drei davon schwer.

«Wir können und wollen das nicht akzeptieren», betonte Bader und unterstrich die Konsequenzen: «Wir sind uns bewusst, dass wir nach den Ausschreitungen der vergangenen Woche keine andere Wahl mehr haben, als Maßnahmen zu ergreifen. Das höchste Gut muss sein, dass alle Zuschauer bei unseren Heim- und Auswärtsspielen das Gefühl haben, ein Fußballspiel sicher verfolgen zu können. Wir werden alles tun, dies zu gewährleisten».

Polizei und Ordnungsamt Nürnberg haben dem «Club» ihre volle Unterstützung zugesagt. «Wir sehen die Maßnahmen, die der Club ergreift, als starke Chance, jedem Besucher einen sicheren Besuch der Spiele zu gewährleisten», erklärte Kurt Benisch, Leiter der Polizeiinspektion Nürnberg-Süd.

Der Maßnahmenkatalog umfasst eine restriktivere Handhabe beim Verkauf von Eintrittskarten für Auswärtsspiele. Beginnend mit der Partie bei Werder Bremen am 27. März können Tickets nur noch personalisiert erworben und dürfen nicht übertragen werden. Personen, die sich bei Auswärtsspielen mit «fremden» Karten Einlass verschaffen wollen, können abgewiesen werden. Der FCN behält sich vor, bei weiteren Vorkommnissen auf den Verkauf von Tickets für Auswärtsspiele zu verzichten.


Fans, die vor kurzem - vor allem beim Bochum-Spiel - auffällig geworden sind, werden bereits in dieser Woche nach Einleitung eines Ermittlungsverfahrens mit einem Stadionverbot belegt. Damit verkürzt der FCN die bisher übliche Praxis, um potenzielle Straftäter auszugrenzen. In Zusammenarbeit mit Polizei und Ordnungsamt Nürnberg werden Personen, für die ein Stadionverbot besteht, künftig bei Auswärtsspielen Meldeauflagen erteilt. Personen mit Stadionverbot dürfen sich zudem von sofort an bei Heimspielen dem Nürnberger Stadion in einem Umkreis von etwa einem Kilometer nicht mehr nähern.

Der 1. FC Nürnberg hatte unmittelbar nach den Vorfällen von Bochum bereits seine Anhänger um Mithilfe bei der Aufklärung gebeten. Augenzeugen können sich weiter per Email (sicherheit@fcn.de) oder telefonisch an den Club wenden.

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