Nur einer hatte Grund zur Freude. Anders als seine Mitspieler von Borussia Dortmund, die mit grimmigen Mienen nach Erklärungen für das 1:2 im prestigeträchtigen Revierderby gegen den FC Schalke suchten, wirkte Sebastian Kehl im Anschluss an die Partie vergleichsweise gelassen.
Für einen kurzen Moment war gar ein Lächeln erkennbar: «Trotz der Niederlage, das muss ich schon sagen, bin ich auch ein wenig glücklich. Es war ein schönes Gefühl, nach so langer Zeit wieder dabei zu sein.»
Mit seinem Kurzeinsatz am Freitag im Duell der Erzrivalen ging für den 31-maligen Nationalspieler eine rund neunmonatige Bundesliga- Zwangspause zu Ende. Nach Leistenoperationen, einem Muskelfaserriss im Adduktorenbereich und einer Sehnenentzündung am Schambein drängt der Rekonvaleszent nun zurück in die Startelf. Schon am Samstag im Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach könnte es so weit sein. «Ich bin bereit. Aber ich weiß nicht, was der Trainer plant», sagte Kehl.
Bisher sah BVB-Coach Jürgen Klopp keinen Grund zur Eile. Schritt für Schritt sollte Kehl an das alte Niveau herangeführt werden. Doch durch den Ausfall von Sven Bender herrscht auf der Position im defensiven Mittelfeld an der Seite von Nuri Sahin Handlungsbedarf.
Zudem steht der BVB gegen Mönchengladbach unter Zugzwang. Nach zuletzt vier Niederlagen in fünf Spielen ist der avisierte Platz in der Europa League in Gefahr geraten. Der einstmals komfortable Acht- Punkte-Vorsprung des Tabellen-5. auf Verfolger Werder Bremen schrumpfte in nur vier Spieltagen auf einen Zähler. Gut möglich, dass Klopp seine ursprünglichen Pläne mit Kehl deshalb neu überdenkt.