Magath bedauert Überreaktion: «Nichts inszeniert»
Düsseldorf (dpa) - 01.03.2010, 11:59 Uhr
Felix Magath (M) diskutiert mit Jürgen Klopp und Fernsehmoderator Jan Henkel (r).
Felix Magath bedauert seinen Wutausbruch im Fernsehstudio des Pay-TV-Senders Sky, hält an seiner geäußerten Kritik aber fest. Er habe «auf Missstände» hinweisen wollen, erklärte der Trainer des FC Schalke 04 in einem Interview mit der Zeitung «Die Welt». «Allerdings möchte ich sagen, dass die Reaktion nach dem Dortmund-Spiel nicht die richtige war.» Inzwischen haben sich die Wogen wieder ein wenig geglättet. Laut «Bild»-Zeitung hat Magath sich mit Sky-Vorstand Carsten Schmidt ausgesprochen. «Wir haben uns ausgetauscht und werden im Dialog bleiben, vor und hinter den Kameras», berichtete der Coach. Nach dem 2:1-Sieg im Revierderby gegen Borussia Dortmund hatte sich der Schalker im Interview lautstark über die seiner Ansicht nach tendenziöse Berichterstattung beklagt und war wütend aus dem Studio gestürmt. «Ich habe mich darüber geärgert, wie einseitig dort die Spielszenen zusammengeschnitten waren. Und das war ja nicht das erste Mal», kritisierte Magath. «Und diesmal wurde wieder nur darüber gesprochen, ob der Elfmeter, der zum ersten Tor führte, berechtigt war, und ob Kevin Kuranyi den Mats Hummels gefoult hat, bevor er mit seinem Torwart zusammengeprallt ist.»
Die Analyse nach «einem großen Spiel für uns» auf diese beiden Szenen zu reduzieren, «fand ich nicht korrekt», erläuterte Magath seinen Ärger. «Ich habe wieder einmal festgestellt, dass derjenige, der sein Recht nicht lautstark einfordert, oft der Dumme ist. Darum habe ich so emotional reagiert.» Sein Auftritt sei aber nicht «inszeniert» gewesen, es habe sich «etwas aufgebaut». Eine «Verschwörung» gegen Schalke wittert Magath nicht, findet aber, dass dem Club «die Lobby» fehle. «Schalke ist in den vergangenen Jahren nicht entsprechend seines sportlichen Wertes bewertet worden, weil sich hier wohl niemand dafür zuständig gefühlt hat, diesen Respekt einzufordern», sagte Magath. «Bei Bayern München würde es nie vorkommen, dass deren Trainer nach einem wichtigen Spiel nur über Foulspiele der eigenen Mannschaft diskutieren muss.»
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