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Spätes Feuerwerk: Bayern erobern Tabellenspitze

München (dpa) - 01.03.2010, 10:31 Uhr

Die Spieler des FC Bayern Münchner jubeln nach ihrem Sieg gegen den HSV.
Die Spieler des FC Bayern Münchner jubeln nach ihrem Sieg gegen den HSV.

Sein glanzvolles Feuerwerk brannte der FC Bayern erst ab, als der 100. Nord-Süd-Gipfel schon vorüber war. Mit einem Lichter-Spektakel in der abgedunkelten Allianz Arena feierten die Münchner ihren Geburtstag und die langersehnte Tabellenführung in der Fußball-Bundesliga.

So prunkvoll wie die anschließende Siegesparty war das 1:0 über den Hamburger SV zwar keineswegs, immerhin aber stimmte nach Franck Ribérys goldenem Treffer das Ergebnis, das selbst die sonst so kritische Vereinsführung besänftigte. «Das war ein wunderbares Wochenende», meinte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge. «Wir haben psychologische Stärke bewiesen auf diesen Steilpass, den uns Leverkusen gegeben hat. Wir haben lange darauf hingearbeitet.»

Rechtzeitig zu seinem 110. Vereinsjubiläum hat der deutsche Rekordmeister die nationale Rollenverteilung gerade gerückt: Nach 57 Spieltagen fernab der Spitze sind die Bayern wieder Tabellenführer, erstmals seit 652 quälend langen Tagen. Den neuerlichen Patzer von Bayer 04 mit dem 0:0 gegen den 1. FC Köln nutzten die Münchner scheinbar erbarmungslos, ihre spielerische Vorstellung aber war nur bedingt zufriedenstellend. Louis van Gaals Team dominierte zwar das Schlagerspiel, vom viel gepriesenen Offensivspiel aber war kaum etwas zu sehen. Dafür prägten Fehlpässe und Unzulänglichkeiten die Partie.

Nur dank eines gelungenen Dribblings von Ribéry zwölf Minuten vor Schluss musste der HSV ohne Beute nach Hause fahren. Vor 69 000 Zuschauern nahm der ansonsten blasse Franzose einen langen Ball gekonnt auf, vernaschte Guy Demel und schloss seinen Sololauf mit einem trockenen 14-Meter-Schuss ab. «Die Differenz war ein Einzelspieler», gestand van Gaal. «Er hat gar nicht so gut gespielt, aber man hat gesehen, dass er trotzdem immer in der Lage ist, ein Spiel alleine zu entscheiden», sagte Rummenigge, der prompt eine Kampfansage in Richtung Leverkusen losließ: «Ich bin lieber der Gejagte als der Jäger. Und ich glaube, jetzt wird es schwer, uns da oben wegzuholen.»

Zum Tabellenvierten aus Hamburg beträgt der Vorsprung schon jetzt zwölf Zähler. Und obwohl sich die aufopferungsvoll kämpfenden Gäste auf dem Feld kaum schwächer präsentiert hatten, regierte hinterher die Tristesse. «Die Niederlage war nicht nötig. Es ist sehr ärgerlich, denn ein Unentschieden hätten wir verdient gehabt», meinte Bruno Labbadia. Mit Ruud van Nistelrooy fehlte dem HSV-Trainer sein angeschlagener Star-Stürmer, zur Pause schied auch noch Torwart Frank Rost mit einer Ellbogenverletzung aus. Überdies kam der Kräfte- Nachteil: Erst am drei Tage zuvor hatte Hamburg nach hartem Kampf in Eindhoven das Achtelfinale der Europa League erreicht.

«Aktuell können wir den Platz eins bis drei nicht erreichen, aber wir werden uns jetzt sicher nicht hängen lassen», sagte Vorstandschef Bernd Hoffmann. «Das Erreichen eines internationalen Wettbewerbs bleibt für uns die oberste Priorität.» Jene allerdings, die gar noch von ganz oben geträumt hatten, holte Zé Roberto in die Realität zurück: «Die Meisterschaft ist vorbei», sagte der Mittelfeldstar angesichts des großen Rückstands auf die Bayern. Dort steckte die allgemeine Zuversicht sogar Trainer van Gaal an. «Ich würde mein Geld nicht auf Bayern München in der Champions League setzen, das hatte ich bereits gesagt. Aber in der Liga würde ich jetzt mein Geld auf den FC Bayern setzen», verriet der Niederländer.


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