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Ribéry schießt Bayern an die Spitze: 1:0 gegen HSV

München (dpa) - 28.02.2010, 19:55 Uhr

Der Münchner Franck Ribéry (r) schießt gegen die Hamburger Defensive auf das Tor.
Der Münchner Franck Ribéry (r) schießt gegen die Hamburger Defensive auf das Tor.

Der deutsche Rekordmeister FC Bayern München thront erstmals nach 57 Spieltagen wieder an der Spitze der Fußball-Bundesliga. Dank eines Treffers von Franck Ribéry (78. Minute) feierten die Bayern (52 Punkte) einen 1:0 (0:0)-Erfolg gegen den Hamburger SV.

Die Bayern verdrängten Bayer Leverkusen (50) damit von Platz eins. «Es ist besser, Tabellenführer zu sein. Aber das Wichtigste ist es, das am letzten Spieltag zu sein», sagte Bayern-Trainer Louis van Gaal. «Das Resultat ist sehr wichtig für uns. Wir haben mehr Druck ausgeübt und verdient gewonnen.»

Die 69 000 Zuschauer in der ausverkauften Allianz Arena bekamen zum 110. Geburtstag der Münchner allerdings keine glanzvolle Party geboten. Die Bayern taten sich in dem Nord-Süd-Gipfel lange schwer, ehe Ribéry den Bann brach und den ersten Sieg gegen den HSV in der neuen Arena perfekt machte. Erstmals seit dem 17. Mai 2008 stehen die Bayern damit am Ende eines Spieltages wieder ganz oben. «Das ist eine Bestätigung der letzten Monate», sagte Ehrenpräsident Franz Beckenbauer. Der HSV-Vorstandsvorsitzende Bernd Hoffmann dagegen war bedient. «Wir hätten gerne mindestens einen Punkt mitgenommen. Es hätte nicht sein müssen, dass wir hier nach 57 Spieltagen Steigbügelhalter für eine Bayern-Tabellenführung sind», sagte er.

Der HSV verlor nicht nur die Punkte, sondern auch noch seinen Torhüter Frank Rost. Der Routinier im Hamburger Tor stürzte nach einer Chance von Bayern-Angreifer Thomas Müller so unglücklich, dass er in der Pause mit Verdacht auf Ellenbogenbruch in ein Krankenhaus gebracht werden musste. Für Rost stand in den zweiten 45 Minuten Wolfgang Hesl zwischen den Pfosten.

Vor den Augen von Bundestrainer Joachim Löw brauchten die Bayern etwa zehn Minuten, um auf Betriebstemperatur zu kommen. Neu- Nationalspieler Müller schoss den Ball nach feinem Steilpass von Bastian Schweinsteiger über das Tor (13.) und scheiterte acht Minuten später am gut reagierenden HSV-Torwart Frank Rost. Auch Ribéry fand zunächst in dem Hamburger Schlussmann seinen Meister (14.).


Die Gastgeber dominierten zwar das Geschehen, ihr viel gepriesenes Offensivspiel aber blieb blass. Viele Pässe in die Spitze waren zu unpräzise, Arjen Robben & Co. leisteten sich ungewohnt viele Fehlpässe. So geriet der Gast aus dem Norden im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit nur selten ernsthaft in Bedrängnis. Im Gegenteil: Der HSV erarbeitete sich auch ohne Neuzugang Ruud van Nistelrooy (Oberschenkelprobleme) und Nationalspieler Marcell Jansen (grippaler Infekt) drei gute Tormöglichkeiten gegen die Bayern-Verteidigung, die ohne Abwehrchef Daniel van Buyten (Muskelfaserriss) auskommen musste.

Piotr Trochowski (18./23.) und Mladen Petric vergaben aber ihre Chancen. «Wir sehen ein sehr gutes Spiel», sagte HSV- Vorstandsvorsitzender Bernd Hoffmann zur Pause im TV-Sender Sky. Die Hintermannschaft stand sicher und kompakt, die Angreifer versteckten sich nicht und versuchten immer wieder, kleine Nadelstiche zu setzen.

Auch nach dem Wechsel entfachte das Geschehen auf dem Rasen keine Partystimmung unter den Zuschauern. HSV-Schlussmann Hesl wurde zunächst kaum geprüft. Der für den enttäuschenden Mario Gomez in der 65. Minute eingewechselte Miroslav Klose konnte drei Tage vor dem Länderspiel gegen Argentinien an gleicher Stelle keine Akzente setzen. Erst zwölf Minuten vor dem Ende erlöste Ribéry mit einem satten Schuss ins kurze Eck die Bayern, die bei einem Kopfball von Tunay Torun (83.) an die Latte noch einmal zittern mussten.

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