Kempter: «Ja klar. Ich kann mich an den Tag erinnern. Wir haben nach dem Spiel noch auf meinem Hotelzimmer ein Bier getrunken.» Sie und der betreffende Kollege? Kempter: «Ja.» Und Sie haben ihn nicht belästigt oder sich ihm «mit deutlichen Absichten angenähert»? Kempter: «Nein. Ich habe keine Ahnung, was hinter der Sache steckt. Ich weiß, dass nichts war. Dass man sich begrüßt und Tschüss sagt, ist doch ganz normal.» Wie erklären Sie sich die aktuellen Berichte? Kempter: «Es war klar, dass die ganze Sache nicht so ruhig abgeht. Mich da jetzt anzugreifen und in die Schwulenszene zu lenken, kann mir mit am meisten schaden.» Um welchen Schiedsrichter handelt es sich denn? Kempter: «Namen will ich nicht nennen.» Werden Sie denn am Donnerstag vor dem Münchner Landgericht erscheinen, wenn über die Klage von Herrn Amerell, dem Sie sexuelle Belästigung vorwerfen, gegen den DFB verhandelt wird? Kempter: «Nein. Ich habe vom Gericht keine Einladung erhalten. Ich habe meine Aussagen beim DFB getätigt und werde auch nicht nach München fahren.» Glauben Sie denn, dass Ihre Glaubwürdigkeit nach den aktuellen Entwicklungen erschüttert ist? Kempter: «Nein. Das hat mit meiner Glaubwürdigkeit nichts zu tun. Ich habe meine Sachen vorgetragen und die Wahrheit gesagt. Vom DFB habe ich volle Unterstützung erfahren. Es geht nicht darum, wie jemand veranlagt ist. Entscheidend ist, dass das gegen den Willen des Betroffenen passiert.» Sie haben sich Anfang der Woche in mehreren Interviews ausführlich und mit zum Teil intimen Details geäußert. Hat Sie der DFB dazu gedrängt? Kempter: «Das hatte mit dem DFB nichts zu tun. Ich konnte zu meinem eigenen Schutz die Sachen so nicht stehen lassen. Also habe ich mich nach meinem Urlaub auf Gran Canaria geäußert.» Wann sehen wir Sie wieder auf dem Platz? Kempter: «Ich möchte demnächst wieder pfeifen. Aber jetzt muss man erst mal die weiteren Entwicklungen abwarten. Ich mache mir keine Sorgen, gut geht es mir gerade aber auch nicht.» Interview: Wolfgang Müller, dpa
 |