Zwanziger zu Amerell: Ansätze für strafbare Handlungen
Hamburg (dpa) - 28.02.2010, 10:58 Uhr
Theo Zwanziger gibt Mitte Februar eine Pressekonferenz.
DFB-Präsident Theo Zwanziger schließt nicht aus, dass gegen den ehemaligen Bundesliga-Schiedsrichter und Funktionär Manfred Amerell wegen sexueller Nötigung staatsanwaltlich ermittelt werden könnte. «Es gibt in diesem Fall Ansätze, die auf strafbare Handlungen hindeuten», meinte der Chef des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) in der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung». Zwanziger sagte weiter, dass der DFB bei einem Strafrechtler ein Gutachten in Auftrag gegeben habe, «das Anfang kommender Woche fertig sein soll». Der Bundesliga-Schiedsrichter Michael Kempter hatte den Vorwurf der sexuellen Belästigung gegen Amerell erhoben. Laut DFB soll es noch weitere Fälle geben. Amerell hat den Vorwürfen widersprochen. Nach Bekanntwerden der Anschuldigungen trat er unter anderem von seinem Posten als Mitglied des DFB-Schiedsrichterausschusses zurück.
In dem Zeitungsinterview wies Zwanziger Kritik an seinem Krisenmanagement zurück. Unter anderem hatte Amerells Anwalt dem DFB vorgeworfen, die Intimsphäre seines Mandanten zu verletzen. «Ich weiß nicht, wie er darauf kommt. Erst durch Amerells Aussage, er wäre völlig unschuldig, mussten wir reagieren und unsere Sichtweise darstellen», sagte Zwanziger. Er betonte, dass es dem DFB stets um den Schutz «dieser jungen mutigen Leute» gehe: «Wir wollten das weder so stehenlassen noch denjenigen zumuten, die sich bei uns mit so viel Mut offenbart hatten. Wir haben andere Erkenntnisse als der Anwalt von Herrn Amerell.»
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