Freiburgs zwei Gesichter - Brouwers neuer Torjäger
Mönchengladbach (dpa) - 28.02.2010, 09:48 Uhr
Gladbachs Roel Brouwers jubelt über seinen Ausgleichstreffer.
Zu Hause pfui, auswärts hui: Der SC Freiburg präsentiert in der Fußball-Bundesliga in schöner Regelmäßigkeit seine zwei Gesichter und wahrt damit aber immerhin in seinen knappen Vorsprung vor den Abstiegsrängen. Mit dem 1:1 (0:0) bei Borussia Mönchengladbach verlängerten die Gäste ihre sieglose Serie zwar auf zehn Spiele, doch für Robin Dutt war der Punktgewinn eine Woche nach dem desolaten 0:3 gegen Hertha BSC ein Schritt nach vorn. «Die Körpersprache der Mannschaft hat mit sehr gut gefallen. Wir fahren mit einem Erfolgserlebnis nach Hause», befand der Coach. Im beschaulichen Breisgau hatte der Aufsteiger unter der Woche viel aufzuarbeiten. Der sportlichen Talfahrt schlossen sich die internen Querelen um Freiburgs zuletzt suspendierten Profi Mohamadou Idrissou an. «Wir haben sehr viel geredet und uns zusammengerauft», sagte Torhüter Simon Pouplin, der mit etlichen guten Paraden Garant für den Punktgewinn war. «Mit etwas mehr Erfahrung hätten es auch drei sein können», befand der erst eine Viertelstunde vor Schluss durch Roel Brouwers bezwungene Franzose. Zuvor hatte Papiss Demba Cisse die Freiburger überraschend in Führung gebracht (56.).
Trotz des letztlich verpassten Sieges herrschte auch im Team Zufriedenheit und der Glaube an die eigenen Stärken. «Wir wissen, was wir können und dass wir die Qualität haben. Wir stehen immer noch nicht auf einem Abstiegsplatz», meinte Innenverteidiger Ömer Toprak. Mit 20 Punkten - davon wurden 14 auswärts geholt - rangiert das Team auf Rang 15 vor Nürnberg (18), Hannover (17) und Hertha BSC (15). Am kommenden Spieltag steht das Keller-Duell mit Hannover 96 an. «Wir sind immer noch Tabellenführer der letzten vier Teams und wollen diese Tabellenführung im wichtigen Spiel gegen Hannover nächste Woche auch verteidigen», meinte Dutt. Die Gladbacher haben sich mit nunmehr 30 Punkten eine ziemlich komfortable Situation geschaffen, in der man mit dem spät erzwungenen Unentschieden durchaus leben kann. «Wir sind immer noch Borussia Mönchengladbach und nicht Bayern München, wir müssen den einen Punkt mitnehmen. Freiburg war gut organisiert, die Räume waren eng und der Platz sehr tief, es war nicht leicht, überhaupt den Rückstand aufzuholen», sagte Borussen-Profi Tobias Levels. «Es war doch bemerkenswert, wie die Mannschaft nach dem Rückstand durch ein Tor aus dem Nichts zurückgekommen ist», befand Sportdirektor Max Eberl. In Abwehrspieler Brouwers haben die Gastgeber immerhin ihren neuen Torjäger gefunden. Der Innenverteidiger ist mit nunmehr sechs Treffern bester Torschütze der Gladbacher. So richtig freuen konnte er sich aber nicht. «So viele Tore habe ich noch nie erzielt. Aber ganz ehrlich, ich hätte heute lieber die drei Punkte mitgenommen.»
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