Kein Pardon vom Meister für Nachbarn «96»
27.02.2010, 13:15 Uhr
Der wieder erstarkte Wolfsburger Grafite jubelt über sein Tor zum 4:1 gegen Villareal.
Hannover/Wolfsburg (dpa) - Der VfL Wolfsburg kennt im niedersächsischen Nachbarschaftsduell kein Pardon. «Wir fahren dahin, um zu gewinnen. Die Mannschaft ist richtig heiß und lebt wieder», sagte VfL-Manager Dieter Hoeneß vor der Partie bei Hannover 96. Die Gastgeber sind seit nunmehr schön zwölf Spielen ohne Sieg, ein Trainer-Wechsel und die Verpflichtung eines Psychologen brachten bisher keine Besserung. Im Derby gegen den wiedererstarkten deutschen Meister droht Hannover die neunte Niederlage in Serie in der Fußball-Bundesliga. Der Wolfsburger Formanstieg, zuletzt beim 4:1 in der Europa League gegen Villarreal sichtbar, passt 96-Trainer Mirko Slomka nicht ins Konzept. «Es ist unglücklich, dass Wolfsburg jetzt zu alter Stärke zurückfindet», sagte Slomka. Er forderte zum wiederholten Mal seine Profis auf, mit Kampf und Leidenschaft die 1:1-Situationen anzunehmen. Der Psychologe Andreas Marlovits, der beim 1:4 in Dortmund auf der Bank saß, kehrt auf die Tribüne zurück. Erneut muss Slomka sein Team auf wichtigen Positionen umbauen. Mittelfeldspieler Hanno Balitsch (Knieprobleme) fällt aus, Routinier Christian Schulz soll auf der linken Seite verteidigen.
Die VfL-Torfabrik, die im Vorjahr beim 5:0 in Hannover auf Hochtouren lief, hat die Produktion wieder aufgenommen. «Die Lust, noch mehr Tore zu schießen, wird immer größer», sagte Torjäger Grafite. Er traf zuletzt viermal in zwei Partien. Trainer Lorenz- Günther Köstner, der Innenverteidiger Jan Simunek (Zerrung) durch Weltmeister Andrea Barzagli ersetzen muss, warnte seine Profis vor Leichtsinn: «Es ist ein Derby und Hannover ist angeschlagen. Man weiß, was diese Gegner trotzdem leisten können.»
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