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Derby gegen 96: Wolfsburg nimmt keine Rücksicht

26.02.2010, 16:19 Uhr

Der wieder erstarkte Wolfsburger Grafite jubelt über sein Tor zum 4:1 gegen Villareal.
Der wieder erstarkte Wolfsburger Grafite jubelt über sein Tor zum 4:1 gegen Villareal.

Hannover/Wolfsburg (dpa) - Der VfL Wolfsburg kennt im Derby bei Hannover 96 kein Pardon, drückt dem Nachbarn im Kampf gegen den Abstieg aber die Daumen.

«Ich würde mir wünschen, dass 96 die Klasse hält. Derbys sind das Salz in der Suppe», sagte VfL- Manager Dieter Hoeneß vor dem 16. Vergleich in der Fußball-Bundesliga am 28. Februar. Im Spiel will der deutsche Meister aber keine Rücksicht nehmen. «Wir fahren dahin, um zu gewinnen», stellte Hoeneß klar.

Der wiedererstarkte Meister muss dabei ohne Jan Simunek (Zerrung) und Obafemi Martins (Oberschenkelprobleme) antreten. Für Innenverteidiger Simunek soll Andrea Barzagli wieder einer Chance von Beginn an erhalten. Der Tscheche hatte den italienischen Weltmeister aus der Startelf verdrängt. Die plötzliche Verletzung des Nigerianers Martins bereitet VfL-Coach Lorenz-Günther Köstner Kopfzerbrechen: «Ich war schockiert, weil er zuletzt gut trainiert hat.»

Damit entfällt die mögliche Alternative für das zuletzt überragende, aber auch stark beanspruchte Sturmduo Edin Dzeko und Grafite. «Wir sind in allen Spielen hohes Tempo gegangen», sagte Köstner zu der Belastung. Dennoch zeigte er sich beeindruckt von seiner Offensive, in die er auch Spielmacher Zvjezdan Misimovic mit einschloss. «Die drei präsentieren sich in der Form des letzten Jahres.» Dzeko und Grafite schossen sechs der acht Tore aus den drei Spielen binnen einer Woche gegen Villarreal (2:2, 4:1) und Schalke (2:1) selbst und waren an allen Toren beteiligt.

Mirko Slomka empfindet den Zeitpunkt des starken Europa-League- Auftritts des VfL gegen Villarreal als ungünstig: «Es ist unglücklich, dass Wolfsburg jetzt zu alter Stärke zurückfindet. Wir müssen dennoch die 1:1-Situationen annehmen.» Der 96-Coach hofft ausgerechnet gegen Wolfsburg, das die vergangenen vier Derbys gewann, auf die Trendwende. «Wir müssen enger als Team zusammenrücken. Kampf und Leidenschaft stecken in der Mannschaft. Sie lechzt nach einem Führungstor», sagte Slomka, der sein stark verunsichertes Team erneut umbauen muss. Der Ausfall von Hanno Balitsch (Knieprobleme) wiegt schwer. In der Viererkette soll Routinier Christian Schulz den formschwachen Konstantin Rausch auf der linken Seite vertreten.


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