Bayerisches Begehren: Tabellenspitze zum Jubiläum
München (dpa) - 26.02.2010, 16:56 Uhr
Bayerns Stürmer Ivica Olic will die Fans des HSV verstummen lassen.
Die Münchner Geburtstagsparty soll zum Abschluss des 24. Spieltages der Fußball-Bundesliga glanzvoll und pompös herüberkommen, schließlich wird auch der FC Bayern nur einmal 110 Jahre alt. Zu seinem Vereinsjubiläum erwartet der deutsche Rekordmeister am 28. Februar den Hamburger SV, überdies einen Sieg und als Krönung winkt vielleicht sogar die langersehnte Tabellenführung in der Fußball-Bundesliga. «Für Hamburg ist es ein großes Spiel, und sie haben eine Mannschaft, die große Spiele gewinnen kann. Aber wir müssen einfach unseren Weg gehen», forderte Trainer Louis van Gaal. Eine brillante Vorstellung soll auch die schwarze Bayern-Heimserie gegen den HSV beenden: In der Allianz Arena gelang ihnen in vier Bundesliga-Begegnungen noch kein Sieg über den Bundesliga-Dino. «Ich bin überzeugt, dass unsere Qualität höher ist», betonte der Ex-Hamburger Ivica Olic. Mit Videoeinspielungen aus vergangenen Zeiten soll das Duell der Langzeit-Rivalen eingeläutet werden, ein Feuerwerk in der Allianz Arena rundet den Jubiläumstag hinterher ab. Zu einer wirklichen Party aber wird es aus bajuwarischer Sicht nur dann, wenn auch der sportliche Aspekt stimmt: Drei Punkte gegen den HSV sind das Münchner Begehren, nachdem die eindrucksvolle Siegesserie zuletzt gerissen war. «Mir war klar, dass nach 13 Pflichtspielsiegen in Serie ein Remis oder eine Niederlage kommen kann», beschwichtigte Sportdirektor Christian Nerlinger im «kicker».
Den Versuch zur Übernahme der Tabellenführung muss der im Februar 1900 gegründete Traditionsclub aus München womöglich ohne Abwehrchef Daniel van Buyten angehen, der nach einem Muskelfaserriss in der Wade um seinen Einsatz bangt. «Wir müssen bis zum letzten Tag abwarten», sagte van Gaal. Dafür steht die zuletzt malade Flügelzange um Arjen Robben und Franck Ribéry wieder bereit. Saisonübergreifend wartet der Rekordmeister schon 57 Spieltage auf eine Rückkehr an die Spitze - doch Bayer Leverkusen beweist sich als zunehmend hartnäckiger Konkurrent. Ein einziges Tor trennt die beiden Clubs in der Tabelle, der HSV lauert auf Rang vier. Vor Wochenfrist bissen sich die Bayern beim 1. FC Nürnberg (1:1) am fränkischen Defensiv-Bollwerk die Zähne aus, gegen Hamburg aber dürfte sich Ähnliches kaum wiederholen. «Ich gehe davon aus, dass der HSV mehr nach vorne macht», sagte Torwart Jörg Butt. Erstmals seit langem konnte van Gaals Mannschaft wieder mal durchschnaufen, da in der Woche weder Europacup-Partien noch DFB-Pokalspiele für sie anstanden. Im Gegensatz zum HSV: Der zog nach hartem Kampf in Eindhoven ins Achtelfinale der Europa League ein. «Hamburg hat viel Glück gehabt», urteilte van Gaal, der die Pause seines Teams durchaus als Vorteil einschätzt: «Es ist schwer, innerhalb von zwei Tagen alles über ein Spiel zu vergessen und sich auf das nächste zu fokussieren», sagte der Bayern-Trainer. Kein Kopfzerbrechen muss sich der FCB über den niederländischen Stürmerstar Ruud van Nistelrooy machen, der nach dem Abschlusstraining signalisierte, dass er nicht in München spielen kann. «Es macht noch keinen Sinn. Das Risiko ist zu groß», sagte van Nistelrooy auf der Internetseite des HSV. Ungewiss ist der Einsatz von Stürmer Mladen Petric. Der Kroate hat sich gegen Eindhoven einen Bänderanriss im Sprunggelenk zugezogen. Petric ist dennoch optimistisch, in München spielen zu können. Ob Marcell Jansen eingesetzt werden kann, ist noch fraglich. Das 0:1 aus dem September 2009 ist die bisher letzte Bundesliga-Niederlage des FC Bayern.
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