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Magath vor 135. Revierderby: «Andere Dimension»

Düsseldorf (dpa) - 25.02.2010, 19:29 Uhr

Schalke-Trainer Felix Magath geht zuversichtlich ins Ruhr-Derby.
Schalke-Trainer Felix Magath geht zuversichtlich ins Ruhr-Derby.

Emotionen, Provokationen, Vernunftsappelle - schon seit Tagen sorgt das 135. Revierderby zwischen Schalke 04 und Borussia Dortmund bei den Fußballfans im Ruhrgebiet für Zündstoff.

Die Verantwortlichen der Rivalen sind bemüht, vor dem sportlich ohnehin brisanten Bundesliga-Duell die Emotionen in die richtigen Bahnen zu lenken. Bereits Anfang der Woche richteten die Clubs einen gemeinsamen Appell an ihre Fans. Unter dem Motto «Holt euch das Derby zurück» forderten sie die Anhänger zu einem gewaltfreien und fairen Umgang miteinander auf. Polizei und Ordnungsdienste sind in höchster Alarmbereitschaft.

Schalke-Coach Felix Magath sagte, er sei sich erst beim Hinspiel in Dortmund so richtig klar geworden über das besondere Flair des Duells. «Die Bedeutung des Ruhrderbys hat eine andere Dimension als andere Derbys. Es beschäftigt viel mehr Menschen. Aber es bleibt ein sportlicher Wettkampf», mahnte er angesichts der Vorzeichen, die nicht gerade für eine gelassene Atmosphäre sprechen. Und das nicht nur wegen der Tabellenkonstellation: Der Dritte Schalke und der Fünfte BVB sind nur durch sechs Punkte getrennt.

«Das wird ein kampfbetontes Spiel, in dem ich Spieler brauche, die hundertprozentig fit sind und keinen Trainingsrückstand haben», sagte Magath - und begründete damit, dass er Kapitän Heiko Westermann noch nicht in den Kader berief. Der Defensiv-Allrounder muss sein Comeback nach fünfwöchiger Verletzungspause verschieben.

Noch immer erhitzen die Vorkommnisse nach dem Schalker 1:0- Hinspielsieg die Gemüter. BVB-Profi Kevin Großkreutz, der in dieser Woche absprachegemäß keine Interviews gab, hatte damals behauptet, er sei von Schalke-Keeper Manuel Neuer tätlich angegriffen worden, was dieser vehement bestritt und die TV-Bilder auch nicht belegten. «Ich kann so einen Spieler, für den das Spiel persönlich so eine große Bedeutung hat, nicht verurteilen, weil er durch die Niederlage eine große Enttäuschung erlitten hat», sagte Magath über Großkreutz.


Neuer ist bis heute stinksauer. «Ich bin kein Lügner. Bis jetzt hat sich bei mir keiner entschuldigt», klagte der Torwart, der die Sache offiziell aber abgehakt hat. «Das ist jetzt Vergangenheit. Natürlich sind die Fans heiß, aber ich halte es für wichtig, dass auf den Rängen etwas der Hass rausgenommen wird», sagte er im «RevierSport». Für den Nationalkeeper, der zu Hause seit 586 Minuten unbezwungen ist, bleibt das Spiel aber von besonderem Reiz: «Es geht um alles oder nichts, es zählt nur der Sieg.»

Dass Großkreutz «auf Schalke» kein freundlicher Empfang winkt, macht Jürgen Klopp keine großen Sorgen. «Wir werden das mit ihm besprechen, ihm erzählen, was auf ihn zukommt und wie er sich zu verhalten hat», sagte der BVB-Coach, der auf Torjäger Luca Barrios (Gelbsperre) verzichten muss, im «kicker». Wie Klopp will auch Magath seinen Profis die Leidenschaft auf dem Platz nicht verbieten. «Ich erwarte, dass die Mannschaft leidenschaftlich zu Werke geht, ohne über das Ziel hinauszuschießen.»

Für Schalke wäre ein Erfolg gegen den Nachbarn nicht nur eine besondere Motivation vor den schweren Spielen gegen die Topteams in den kommenden Wochen. Magath will nach der Niederlage in Wolfsburg vor allem Platz drei absichern. «Man kann sich auch stark und groß reden», stichelte er Richtung BVB. «Aber wir brauchen das nicht. Wir sind Dritter und wenn ich mich richtig erinnere, haben wir das Hinspiel gewonnen.» Die Bundesliga-Bilanz ist aber vollkommen ausgeglichen. Beide Clubs haben 26 Siege auf dem Konto, 23 Mal trennten sie sich unentschieden.

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