Hertha: Last Europa weg - Hoffen gegen Hoffenheim
Berlin (dpa) - 24.02.2010, 12:55 Uhr
Berlins Trainer Friedhelm Funkel hat die Europa League abgehakt und konzentriert sich auf die Bundesliga.
Als die müden und zermürbten Hertha-Profis früh halb vier wieder auf dem Berliner Olympia-Gelände eintrafen, war bei aller Blamage auch eine Bürde abgefallen. Mit der Ablenkung Europa League müssen sich Arne Friedrich und Co. im belastenden Abstiegskampf nicht länger beschäftigen. «Wir können uns nun hundertprozentig auf die Bundesliga konzentrieren», erklärte Hertha-Trainer Friedhelm Funkel betont emotionslos nach dem 0:4-Untergang bei Benfica Lissabon, der höchsten Europacup-Niederlage des derzeit geschundenen Berliner Fußball-Clubs neben dem 0:4 vor 14 Monaten in Piräus. Nachwehen der Demontage im Stadion des Lichts» befürchtet Funkel nicht. «Europa League hat mit der Bundesliga überhaupt nichts zu tun, das ist ein anderer Wettbewerb», beteuert der Trainer und murrte: «Wieso sollte jetzt ein Stimmungsknick kommen?»
In Portugal ernteten die Herthaner viel Hohn und Spott. Die Zeitung «Correio da Manha» stellte fest: «Das war bei weitem das schwächste Team, das sich diese Saison hier präsentiert hat.» Doch die Berliner schalteten noch vor ihrem Ruhetag sofort um. Die neue Hoffnung heißt Hoffenheim. «Das Ergebnis von Lissabon ist natürlich ein Rückschlag. Aber wir lassen uns nicht von unserem Weg abbringen», erklärte Friedrich fast trotzig vor dem Liga-Match im eigenen Stadion gegen die TSG. Auch Funkel strich jeden weiteren Gedanken an die Vorführung gegen Benfica und die entgangene 640 000-Euro-Prämie für das Europa-League-Achtelfinale: «Wir werden am Samstag wieder erholt sein, haben jetzt einen Tag mehr Zeit.» Der 56 Jahre alte Chefcoach wird gegen Hoffenheim wieder zu seiner Stammformation zurückkehren, die er in Lissabon gehörig durchgemischt hatte. Erneut zeigte sich deutlich, dass Nachrücker wie Maximilian Nicu, Patrick Ebert oder Christoph Janker höheren Ansprüchen derzeit nicht gerecht werden. Und wenn dazu ein eigentlich solider Lukasz Piszczek von einem überragenden Argentinier Angel Di Maria schwindlig gespielt wird, geraten eben auch alle anderen ins Schwimmen. |