Streit um Idrissou beigelegt - Vertrauen für Dutt
Freiburg (dpa) - 22.02.2010, 15:22 Uhr
Der Freiburger Idrissou (l) kämpft mit dem Schalker Moritz um den Ball.
Mutlos, torlos, planlos - und nun auch noch von einem Streit mit dem besten Torjäger aufgeschreckt: Der abstiegsbedrohte Fußball-Bundesligist SC Freiburg macht nach dem desolaten 0:3 (0:2) gegen den Tabellenletzten Hertha BSC Berlin schwere Zeiten durch. «Der Trainer ist in dieser Woche vor allem als Psychologe gefragt», sagte Chefcoach Robin Dutt. Immerhin einen Teilerfolg konnte er in dieser Beziehung bereits vermelden: Der Ärger mit Mohamadou Idrissou ist vorerst beigelegt. Nach einem zweistündigen Gespräch der Spieler untereinander erklärte der kommissarische SC-Präsident Fritz Keller: «Die Mannschaft hat das intern ausgeräumt. Mo war sehr einsichtig.» Dutt hatte den Stürmer aus Kamerun auf die Bank gesetzt, weil der sich im Vorfeld des Hertha-Spiels respektlos über seine Mitspieler geäußert haben soll. Der «kicker» schrieb zudem von lustlosen Trainingsleistungen des 29-Jährigen. «Niemand ist perfekt. Wie es weiter geht, muss sich in den nächsten Wochen zeigen», sagte Keller. Ein Rauswurf Idrissous ist damit vorerst vom Tisch. Einen Freibrief besitzt er allerdings nicht. «Es lässt sich alles kitten», hatte Dutt erklärt. «Wie die Mannschaft in der Summe harmoniert, ist aber das Wichtigste.»
Gegen Berlin blieben die Freiburger zum sechsten Mal in Folge in einem Heimspiel ohne Torerfolg. Da der Vorsprung auf Platz 17 nur noch zwei Punkte beträgt, schwebt der Aufsteiger mehr denn je in Abstiegsgefahr. «In Anlehnung an Oliver Kahn hat bis auf wenige Ausnahmen kein Spieler Eier gezeigt. Das war ein desolates Spiel, da muss man nichts beschönigen», sagte Keller. Seinem Trainer stärkte er allerdings den Rücken. Auch im Falle eines Abstiegs würde man an Dutt festhalten, betonte Keller: «Das wäre selbstverständlich. Über den Trainer diskutieren wir nicht, weil wir einen hervorragenden Coach haben, der mit den zur Verfügung stehenden Mitteln eine optimale Arbeit leistet.» Die Trainerfrage sei «die falsche Frage an den falschen Verein», sagte Keller weiter. Dutt kündigte an, seine Mannschaft erst einmal mental aufrichten und danach vielleicht etwas defensiver spielen lassen zu wollen. «Wir sind eine von vier Mannschaften, die zur Zeit richtig unter Druck stehen», sagte er. «Hertha hat den Anschluss geschafft und deshalb im Moment ein ganz anderes Selbstvertrauen. Aber wir haben es noch in der eigenen Hand, die Saison positiv zu gestalten.» Wichtig dafür sei, «einen Ausweg» aus der völligen Verunsicherung der Mannschaft zu finden. Die macht Dutt für die jüngsten Niederlagen verantwortlich. Der SC habe kein Problem des «Willens, sondern des mentalen Könnens».
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