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Auch Adler patzt: Ungewohnt viele Torwartfehler

Bremen (dpa) - 22.02.2010, 12:35 Uhr

Werders Mertesacker (l) und Bayer-Torwart Adler geben sich dem Schlusspfiff die Hand.
Werders Mertesacker (l) und Bayer-Torwart Adler geben sich dem Schlusspfiff die Hand.

Jetzt patzt auch noch Deutschlands Nummer eins. In der Vorwoche sorgten schon Hannovers Florian Fromlowitz, Wolfsburgs Andre Lenz und Frankfurts Oka Nikolov mit ihren teilweise peinlichen Fehlern für eine Mischung aus Verwunderung und Amüsement.

Nun unterlief am 23. Spieltag der Fußball-Bundesliga auch noch Nationaltorhüter Rene Adler ein kapitaler Schnitzer beim 2:2 gegen Werder Bremen. «Das fällt auf, aber Fehler passieren», sagte Adler, der ausgerechnet vor den Augen von Bundestrainer Joachim Löw einen Freistoß von Bremens Verteidiger Naldo durch die Beine rutschen ließ.

Was ist los im Land der Torhüter? «Das ist nicht mehr als sonst», kommentierte Adler und nahm den ersten Treffer durch den Abstauber von Claudio Pizarro (34. Minute) tapfer «auf meine Kappe. Das war ein ganz klarer Torwart-Fehler». Der Keeper von Bayer Leverkusen suchte keine Ausreden und versuchte, es locker zu nehmen: «Das kann Spiele entscheiden, aber das gehört dazu. Das ist Berufsrisiko. Fehler gehören zum Spiel, davon lebt der Sport.»

Vorwürfe gab es keine beim Tabellenführer, Trainer Jupp Heynckes nahm Adler ausdrücklich in Schutz. Adler habe ansonsten «eine Klasse-Partie gezeigt». «Wir Fußballer wissen, auf welchem Platz wir gespielt haben», erklärte Heynckes: «Es ist ein harter, gefrorener Platz mit einer dünnen weichen Schicht. Wenn der Ball vor dem Torwart auftickt, hat der keine Chance.»

Zumindest ließ sich Adler nicht unruhig machen, auch wenn die Werder-Fans lautstark höhnten: «Adler, du bist nervös.» Der Nationalkeeper hielt fortan tadellos und war bei Per Mertesackers Ausgleich in der Nachspielzeit ohne Chance.


Ein generelles Problem der Torhüter sieht Bayer-Coach Heynckes ebenso wenig wie Werder-Boss Klaus Allofs. «Die Schüsse werden immer schwerer zu halten, das liegt teilweise an den Bällen», kommentierte Allofs die Häufung der Fehler und wies ebenfalls auf die derzeit schwierigen Platzbedingungen hin. Der Vorsitzende der Werder- Geschäftsführung ist sich sicher: «Die Torhüter werden nicht schlechter.»

Findet auch Franz Beckenbauer. Beim Pay-TV-Sender Sky sagte er: «Über diese Position brauchen wir uns keine Gedanken machen.» Der ehemalige Bundestrainer erklärte kurz nach dem Spiel: «Ob Adler, Neuer oder Wiese - da ist kein großer Unterschied.» Seine ganz eigene Sicht der Dinge hatte - wieder einmal - Werder-Keeper Tim Wiese. Zu den Gegentreffern durch den Freistoß von Eren Derdiyok (29.) und den Fernschuss von Toni Kross (57.) sagte er: «Wenn ich die nicht halte, dann weiß ich nicht, wer sonst.»

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