Der stark abstiegsgefährdete Fußball-Bundesligist Hannover 96 will trotz der anhaltenden Negativserie an Trainer Mirko Slomka festhalten. «Einen weiteren Trainerwechsel in dieser Saison schließe ich aus», sagte 96-Clubchef Martin Kind der Deutschen Presse-Agentur dpa in Hannover .
Damit widersprach Kind einem Bericht der «Bild»-Zeitung. Dort war Kinds Aussage, für den Klassenerhalt in der Bundesliga alle «Mittel und Szenarien» ausschöpfen zu wollen, so gedeutet worden, als stünde Slomka bei einer weiteren Pleite im Derby gegen Wolfsburg schon wieder auf der Kippe. «Nein, das wird nicht passieren», sagte Kind und stärkte Slomka damit den Rücken. «Irgendwann wird er den Turnaround schaffen. Dafür müssen wir jetzt alles tun.»
An welche Mittel er gedacht habe, konnte er nicht beantworten. «Neue Trainer, neue Spieler, Psychologen - das haben wir alles versucht. Welche Mittel bleiben, müssen wir jetzt sehen», sagte Kind. Die Niedersachsen hatten mit dem 1:4 bei Borussia Dortmund die fünfte Niederlage im fünften Spiel unter Slomkas Verantwortung kassiert. Insgesamt ist der Tabellen-16. seit dem 31. Oktober 2009 sieglos und verlor seitdem in zwölf Spielen zehnmal.
Slomka ist nach Dieter Hecking und Andreas Bergmann bereits der dritte 96-Coach in dieser Saison. In der Winterpause hatte Hannover vier neue Spieler verpflichtet und arbeitet seit einigen Tagen auch mit einem Psychologen zusammen, der der Mannschaft helfen soll, den Selbstmord von Torhüter Robert Enke im November zu überwinden. Den in der Rückrunde noch punktlosen Hannoveranern droht bei einer Pleite gegen Wolfsburg der Sturz auf einen direkten Abstiegsplatz.