«Magaths Meister» dank Grafite wieder in der Spur
Wolfsburg (dpa) - 22.02.2010, 12:23 Uhr
Der Wolfsburger Grafite (r) bejubelt sein Tor zum 2:1-Sieg des VfL.
Negativserie beendet, Grafites Torinstinkt wiederentdeckt und dem Ex-Coach eins ausgewischt - beim deutschen Meister VfL Wolfsburg ist die Fußballwelt fast wieder in Ordnung. Das 2:1 (0:1) gegen Schalke 04 und vor allem Meistermacher Felix Magath nach bitteren 15 sieglosen Wochen war Balsam auf die Wunden des bis auf den zwölften Rang abgestürzten Titelträgers. «Es ist erfreulich und erleichternd, dass der Bock jetzt umgestoßen ist», sagte Manager Dieter Hoeneß nach dem zweiten Saisonsieg gegen Magaths Schalker und dem ersten Sieg nach zuvor 13 erfolglosen Pflichtspielen. Beim Tabellendritten aus Gelsenkirchen herrscht vor dem Derby gegen Borussia Dortmund dagegen Katzenjammer. «Wir sind natürlich sehr enttäuscht, dass wir uns nicht richtig oben festsetzen konnten», bekannte Torjäger Kevin Kuranyi, dessen 12. Saisontor (30. Minute) gegen starke Wolfsburger zu wenig war.
Im Mittelpunkt der VfL-Glückseligkeit stand wie schon zuvor in der Europa League Torjäger Grafite, der seine Ladehemmung endgültig überwunden hat. «Ich konnte der Mannschaft helfen, als sie es am meisten gebraucht hat», sagte der Brasilianer nach seinem zweiten Doppelpack (71./77.) innerhalb von drei Tagen. Selbst vom Ex-Coach bekam der 30-Jährige anerkennende Worte. «Ich freue mich für Grafite, dass er jetzt wieder der Alte ist», sagte Magath. Vorbei scheint die schwere Zeit, in der der Stürmer auch beste Chancen reihenweise leichtfertig vergab. «Ich habe viel gearbeitet und fühle mich sicherer und befreiter nach meinen Toren, die natürlich Selbstvertrauen geben», sagte Grafite. Dies sollte auch das gesamte Team nach den starken Auftritten in Villarreal und gegen den Ex-Coach wieder haben. Dass die erste Wiederkehr Magaths nach Wolfsburg nach dem gemeinsamen Titelgewinn den nötigen Motivationsschub gab, wollte niemand verhehlen. «Es war ein besonderes Spiel. Wer was anderes sagt, der lügt», bekannte Abwehrspieler Marcel Schäfer. «Vielleicht hat die Mannschaft diese Extremsituation gebraucht», so Interimscoach Lorenz-Günther Köstner. |