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Himmelsstürmer Cacau: «Jesus hat mir Kraft gegeben»

Köln (dpa) - 21.02.2010, 10:09 Uhr

Der Stuttgarter Torschütze Cacau jubelt im Spiel gegen den 1. FC Köln über das 2:0.
Der Stuttgarter Torschütze Cacau jubelt im Spiel gegen den 1. FC Köln über das 2:0.

Nach dem ersten Viererpack seiner Karriere ist Torjäger Cacau auch vor dem FC Barcelona nicht bange. «Das ist Champions League, da wollen wir auch für eine Überraschung sorgen», sagte der Mittelstürmer des VfB Stuttgart nach dem 5:1 (3:1)-Erfolg beim 1. FC Köln.

Mit seinen vier Toren in der 13., 31., 38. und 74. Minute hat der 28 Jahre alte Nationalspieler drei Tage vor dem Duell mit dem katalanischen Top-Club die Rheinländer fast im Alleingang abgeschossen. «Das war sensationell», befand VfB-Vorstandsmitglied Horst Heldt. Auch die Mitspieler waren beeindruckt vom Comeback des Angreifers. «Cacau war überragend. Alles hat geklappt, er war immer da, wo der Ball ist», lobte Mittelfeldspieler Aliaksandr Hleb.

Cacau, der zuvor drei Wochen verletzungsbedingt gefehlt hatte, war überglücklich nach seiner tollen Tore-Show. «Ich habe mich so auf das Spiel gefreut. Ich war richtig heiß und wollte der Mannschaft helfen», sagte der VfB-Profi, der rechtzeitig vor dem WM-Countdown wieder auf sich aufmerksam macht. «Jesus hat mir die Kraft gegeben, auch in der schwierigen Situation, als ich schon abgeschrieben war», sagte Cacau, der bislang durch Verletzungen und Formschwäche wenig gute Auftritte in dieser Saison hatte.

Die WM in Südafrika hat der Matchwinner noch längst nicht abgeschrieben. «Ich muss meine Leistung bringen. Das war heute ein erster Schritt», sagte Cacau, der bislang vier Auftritte in der DFB- Auswahl hatte. Auch die Vertragsverlängerung beim VfB lässt wohl nicht mehr lange auf sich warten. «Wir sind in Gesprächen und beide Seiten haben Interesse, den Vertrag zu verlängern», betonte Heldt.

Trainer Christian Gross hatte gleich doppelten Grund zur Freude. Zum einen hat seine Mannschaft die geforderte «Reaktion» gezeigt nach der ersten Niederlage unter seiner Regie zuvor gegen den Hamburger SV. Zum anderen ist Cacau rechtzeitig in Form gekommen. «Er hat sich in die Herzen gespielt und die Spielfreude personifiziert», sagte der Stuttgarter Coach, der auf einen positiven Schub für das Barcelona-Spiel hofft. «Wir freuen uns, gegen eine der besten Mannschaften der Welt zu spielen. Da steht viel Prestige auf dem Spiel. Ich hoffe, dass die Leute mit einem guten Gefühl nach Hause gehen», meinte Gross. In acht Bundesliga-Spielen unter dem neuen Coach schaffte der VfB immerhin sechs Siege.


Neben dem Vierfach-Torschützen - den fünften Treffer für den VfB erzielte Pawel Pogrebnjak, für Köln traf Christopher Schorch - überragte Torhüter Jens Lehmann beim VfB. Der Keeper reagierte in einigen Szenen gegen Milivoje Novakovic und Lukas Podolski reaktionsschnell. «Er hat bravourös gehalten», befand Horst Heldt.

Für den 1. FC Köln kann die Lage in der Liga durchaus noch prekär werden. «Wenn wir so weiterspielen, rutschen wir noch nach unten», meinte Podolski, der in Sachen WM-Nominierung Konkurrent Cacau nur hinterherlief. «Ich selber erlebe gerade eine schlechte Phase, aber das kann passieren in einem Fußballer-Leben», sagte Podolski, der mittlerweile seit 1 300 Minuten ohne eigenen Torerfolg ist.

Trainer Zvonimir Soldo, früher selbst in Stuttgart aktiv, beklagte die Chancenverwertung und stellte ernüchtert fest. «Das Problem ist, dass wir als Mannschaft zu viele Fehler machen. Auch die Innenverteidigung steht nicht mehr so stabil wie in der Vorrunde», urteilte der FC-Coach. Noch haben die Kölner mit 25 Punkten einen beruhigenden Vorsprung auf die Abstiegsplätze, doch weitere Pleiten in den nächsten Partien gegen die Spitzenclubs Bayer 04 Leverkusen und Bayern München könnten die Situation dramatisch verändern.

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