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Keine Rettung in Sicht: Hannover wie ein Absteiger

Dortmund (dpa) - 21.02.2010, 10:02 Uhr

Mirko Slomka musste mit Hannover 96 die achte Niederlage in Serie einstecken.
Mirko Slomka musste mit Hannover 96 die achte Niederlage in Serie einstecken.

Wenig Hoffnung, kaum Spielkultur, kein Selbstvertrauen - Hannover 96 stürzt im freien Fall Richtung 2. Bundesliga. Weder ein Trainerwechsel noch die Hilfe von Psychologen konnten bisher für eine Trendwende sorgen.

Beim 1:4 (0:1) gegen Borussia Dortmund kassierte das Team von Mirko Slomka die achte Niederlage in Serie und trat erneut wie ein Absteiger auf. Noch verweigert der Coach die Kapitulation, wirkt aber ähnlich ratlos wie seine Fußball-Profis. «Das ist für mich nicht tauglich, bei einem Spiel in der Bundesliga auf dem Platz zu stehen. Das muss sich ändern», klagte Slomka mit Verweis auf die vielen individuellen Fehler im Team.

Doch Rettung ist weit und breit nicht in Sicht. Seit dem Tod von Nationaltorwart Robert Enke am 10. November verbuchten die Norddeutschen nur einen Punkt. Alle Maßnahmen der Clubführung, den drohenden Abstieg abzuwenden, blieben wirkungslos. So gab es unter der Regie von Slomka bisher mehr Rück- als Fortschritte: Fünf Niederlagen in fünf Spielen bezeichnete der Coach selbst als «finstere Bilanz». Frustriert rettete er sich in Durchhalteparolen: «Wir dürfen uns nicht auseinanderdividieren lassen - auch nach einem solchen Spiel nicht.»

Ebenso unergiebig wie die Arbeit von Slomka blieben die Gespräche der Psychologen Andreas Marlovits und Michael Grunwald mit den verunsicherten Spielern. In Dortmund präsentierte sich das Team in ähnlich desolater Verfassung wie eine Woche zuvor beim 1:5 gegen Bremen. «Wir haben diese Woche auch mit den Psychologen probiert, den letzten Strohhalm zu greifen», kommentierte Enke-Nachfolger Florian Fromlowitz die vielen Fragen nach dem therapeutischen Nutzen dieser Maßnahme. Sein Mitstreiter Altin Lala hielt das Thema für überbewertet: «Psychologe hin, Psychologe her - die Entscheidung fällt auf dem Platz.» Mehr trotzig als überzeugend fügte der Mittelfeldspieler hinzu: «Ich gebe die Hoffnung nicht auf.»

Mit den vier Gegentreffern von Neven Subotic (44. Minute), Mario Eggimann (Eigentor/60.), Nelson Valdez (77.) und Kevin Großkreutz (88.) war der Tabellen-16. in Dortmund noch gut bedient. Nur der fahrlässige Umgang der Borussia mit Chancen und das zwischenzeitliche 1:3 durch Arouna Koné (81.) verhinderten eine noch deutlichere Niederlage. Ähnlich wie gegen Bremen vermisste Slomka die Leidenschaft: «Es geht so nicht. Das ist Abstiegskampf und da muss man jedes Tor vermeiden und nicht einfach das nächste zulassen.»


Der Gegner bot Anschauungsunterricht, wie man Misserfolge überwindet. Nach zuletzt drei Niederlagen löste sich in Dortmund die Anspannung. «Wir wollten unser Selbstvertrauen zurückgewinnen. Diesen Auftrag haben wir erfüllt», sagte Trainer Jürgen Klopp. BVB-Torhüter Roman Weidenfeller wertete den Sieg als ermutigendes Signal in Richtung Europa League: «Wir haben ein Ziel vor Augen und wir wollen dem Club das zurückgeben, was wir die letzten Jahre versäumt haben.»

Einziger Wermutstropfen war die fünfte Gelbe Karte für Lucas Barrios. Damit fehlt der Torjäger im prestigeträchtigen Revierderby am Freitag beim FC Schalke. Doch die Freude über den Sieg war bei Klopp größer als der Ärger über das überflüssige Foul von Barrios und dessen Auszeit am kommenden Spieltag. «Das Gute ist, dass die Schalker jetzt nicht wissen, wie wir auf dieses Problem reagieren.»

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