Pfiffe verärgern Mainz 05 - Bochum bricht Serie
Mainz (dpa) - 21.02.2010, 09:56 Uhr
Die Mainzer Bance (l) und Noveski stehen mit hängenden Köpfen auf dem Platz.
Die ungewohnten Pfiffe der eigenen Fans nach dem Remis gegen den VfL Bochum brachten die Verantwortlichen des FSV Mainz 05 auf die Palme. «Einige haben wohl nicht verstanden, gegen wen wir gespielt haben. Bochum steht in der Rückrunde vor uns. Wir können doch nicht jedes Team schwindelig spielen», meinte Manager Christian Heidel mit säuerlicher Miene nach dem 0:0 des Aufsteigers gegen den erstarkten VfL Bochum. Auch Trainer Thomas Tuchel reagierte nach dem immerhin bereits 32. Mainzer Punktgewinn enttäuscht auf die negativen Reaktionen der 05-Anhänger unter den 19 000 Zuschauern, die erstmals in dieser Saison kein Heimtor ihres Teams bejubeln durften. «Die Mannschaft hat alles versucht. Da ist es schade, wenn sie ausgepfiffen wird. Das hat sie nicht verdient. Die Bundesliga ist kein Wunschkonzert», sagte Tuchel. Die nach wie vor bemerkenswerte Heimbilanz des Aufsteigers mit sieben Siegen, vier Unentschieden und weiterhin keiner Niederlage schraubt die Ansprüche in Höhen, die die Mainzer trotz der starken ersten Halbzeit derzeit nur schwer erfüllen können. Das Toreschießen fällt schwer. Filip Trojan hätte sich gleich in seinem ersten Spiel von Beginn an nach monatelanger Verletzungspause mit dem Führungstor zum Helden aufschwingen können. Doch der Tscheche tat in der 11. Minute das, was ein Spieler vor dem Tor nicht tun sollte: Er dachte zuviel nach vor dem Schuss. «Oben links sollte er rein, hab ich mir gedacht und den Schuss dann verzogen», erklärte Trojan sein Missgeschick. Tuchel war mit dem Tschechen trotzdem zufrieden. «Er hatte sich die Chance verdient und seine Sache ordentlich gemacht. Natürlich hätte ich es lieber gesehen, wenn er getroffen hätte.»
Auch die Bochumer hatten bei der Nullnummer ihre tragische Figur. «Das Ding hätte er reinmachen müssen», meinte Christian Fuchs zum Versagen des eingewechselten Andreas Johansson nach 76 Minuten. Freistehend hatte der Schwede den Ball nicht getroffen. Trotzdem ließen sich die Bochumer fröhlich feiern. «Der Punkt macht uns alle glücklich und mich ein bisschen stolz, weil die Negativserie gegen Mainz gerissen ist», sagte Trainer Heiko Herrlich. Es war der erste Punkt in der Bundesliga nach fünf Niederlagen gegen die 05er und verlängerte die Serie ungeschlagener Spiele auf sieben. Bereits stolze zehn Punkte sammelte der VfL in der Rückrunde, die Abstiegsangst der einstmals «Unabsteigbaren» ist nahezu verflogen. «Die Tabelle ist aber völlig uninteressant. Wichtig ist nur das nächste Spiel gegen Nürnberg. Da wollen wir drei Punkte», erklärte Torwart Philipp Heerwagen.
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