1:1 - Nürnberg beendet Bayerns Siegesserie
Nürnberg (dpa) - 20.02.2010, 19:01 Uhr
Bastian Schweinsteiger (M) versucht den Ball am Nürnberger Wolf vorbeizuspielen.
Die beeindruckende Siegesserie des FC Bayern München ist nach 13 Pflichtspiel-Erfolgen hintereinander gerissen. Im 180. bayerischen Derby kam der deutsche Fußball-Rekordmeister nicht über ein 1:1 (1:0) beim «Kellerkind» 1. FC Nürnberg hinaus. Damit mussten die Müchner erstmals seit dem 22. November 2009 wieder einen Punktverlust hinnehmen. Durch das Remis übernehmen die Bayern zwar vorerst die Tabellenspitze, Bayer Leverkusen kann allerdings schon mit einem Unentschieden bei Werder Bremen wieder vorbeiziehen. Trotz der Enttäuschung reagierte Bayern-Trainer Louis van Gaal überraschend milde: «Ich bin zufrieden mit den Ausführungen meiner Mannschaft», sagte der Niederländer und betonte: «Es war eines der besten Spiele in diesem Jahr.» Thomas Müller hatte die Münchner in der 38. Minute mit einem satten Volleyschuss in Führung gebracht, doch Ilkay Gündogan vermieste mit seinem ersten Bundesliga-Treffer den Bayern vor 48 548 Zuschauern in der ausverkauften Nürnberger Arena die Party: Mit der ersten fränkischen Torchance überhaupt gelang dem 19-Jährigen neun Minuten nach der Pause das 1:1. «Dass wir endlich einmal das Glück auf unserer Seite hatten, hat uns natürlich in die Karten gespielt», sagte FCN-Trainer Dieter Hecking. «Man kann aber nicht erwarten, dass wir den Bayern hier spielerisch Paroli bieten.»
Im Vorfeld hatte der 45 Jahre alte Coach eine «Überraschungs-Aufstellung» gegen den haushohen Favoriten aus München angekündigt. Im Klartext bedeutete dies aber nichts anderes als ein kompaktes Defensivbollwerk, mit Hilfe dessen sich die Gastgeber von Beginn an hinten verschanzten. Drei Tage nach ihrem glücklichen Sieg in der Champions League gegen den AC Florenz (2:1) taten sich die Bayern zunächst schwer und kamen kaum einmal gefährlich vors Tor. Das galt umso mehr für die vorne vollkommen harmlosen Franken: Ihre auferlegte Defensivtaktik schien den «Clubberern» auch den Offensiv-Mut zu nehmen, sobald die Mittellinie denn mal überschritten war. «Wir haben in der ersten Halbzeit gar nicht den Mut gehabt, mal nach vorne zu spielen», kritisierte Hecking. Arjen Robbens abgefälschter Schuss knapp neben das Tor (29.) leitete in der ersten Hälfte die Schlussoffensive des FCB ein, die doch noch die verdiente Führung brachte: Eine schöne Kombination am linken Flügel über Ivica Olic und Gomez vollendete Müller fast vom Elfmeterpunkt. |