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Hoffenheims Erfolg der Moral im Handspiel-Festival

Sinsheim (dpa) - 20.02.2010, 11:52 Uhr

Der Gladbacher Bradley (l) schießt neben Hoffenheims Keeper Hildebrand über das Tor.
Der Gladbacher Bradley (l) schießt neben Hoffenheims Keeper Hildebrand über das Tor.

Nach dem Handspiel-Festival ohne Gewinner fühlten sich nur die Fußballer von 1899 Hoffenheim als Sieger. «Das war ein Erfolg über uns selbst. Moral und Wille haben sich ausgezahlt», sagte Manager Jan Schindelmeiser nach dem 2:2 (0:1) gegen Borussia Mönchengladbach.

Von einer Trendwende in der Bundesliga wollte Trainer Ralf Rangnick indes nichts wissen. «Es verbietet sich, weiter als bis zum Auswärtsspiel bei Hertha BSC zu denken. Da wollen wir mindestens einen Punkt, besser drei», meinte der 1899-Coach nach der unterhaltsamen, kuriosen, aber auch von vielen Fehlern auf beiden Seiten geprägten Begegnung, in der Carlos Eduardo mit dem Ausgleich per Handelfmeter (89. Minute) für ein Hoffenheimer Happy End sorgte.

«Was für ein skurriler Abend. Da gibt es an den Stammtischen viel zu diskutieren», sagte Gladbachs Sportdirektor Max Eberl und schüttelte den Kopf. «Den Punkt nehmen wir trotzdem gerne mit.» Trainer Michael Frontzeck meinte dagegen: «Wir müssen uns an die eigene Nase packen. Vor dem Spiel wären wir mit dem Punkt zufrieden gewesen, nach dem Spielverlauf aber nicht.» Denn wieder mal verstand es seine Mannschaft nicht, einen 2:0-Vorsprung gegen Hoffenheim über die Zeit zu bringen, deswegen beklagte Frontzeck die fehlende Konsequenz seiner Spieler: «Chancen hatten wir genug, aber wir waren nicht entschlossen genug. Das muss beim SC Freiburg besser werden.»

Viermal Hand und ein vermeintlich aus Abseitsposition erzieltes Tor gaben der schlichten Partie die Farbe und rückten Schiedsrichter Wolfgang Stark in den Mittelpunkt. Die regelwidrigen Handspiele von Filip Daems und Dante übersah der Unparteiische. Bestraft wurde dagegen Hoffenheims Kapitän Per Nilsson, als ihm der Ball klar vor dem Strafraum auf den Arm fiel. Stark verlegte den Tatort in den 16- Meter-Raum und zeigte auf den Punkt - Daems verwandelte (30.). «Wenn es außerhalb war, dann war es die Vereitelung einer klaren Torchance und dann hätte es Rot geben müssen», sagte Frontzeck beschwichtigend.

Daems war Sekunden vor dem Schlusspfiff der letzte «Handballer» des Tages, als er vom 1899-Torschützen zum 1:2, Vedad Ibisevic (69.), angeschossen wurde und Carlos Eduardo per Strafstoß für den Endstand sorgte. «An ausgleichende Gerechtigkeit will ich nach dem, was in den letzten Wochen gegen uns gepfiffen wurde, nicht glauben. Dann müsste die Saison bis Juli dauern», meinte Trainer Rangnick, auch mit Blick auf das 0:2 von Roberto Colautti (52.), der in abseitsverdächtiger Position stand. «Ich hab auf den Pfiff des Schiedsrichters gewartet», betonte der Coach. «Das passte zu diesem kuriosen Spiel.»


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