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Spitzenduo auf Rekordkurs - Magath kehrt zurück

Düsseldorf (dpa) - 19.02.2010, 16:25 Uhr

Bei Leverkusen fehlt Abwehrchef Sami Hyypiä wegen einer Gelbsperre.
Bei Leverkusen fehlt Abwehrchef Sami Hyypiä wegen einer Gelbsperre.

Verfolger München hofft auf die Wachablösung, Leverkusen auf einen Verbleib an der Tabellenspitze und einen Eintrag in die Rekord-Annalen. In der Fußball-Bundesliga geht der Kampf um die Meisterschaft in die entscheidende Phase.

Obwohl der Vorsprung auf nur ein Tor geschmolzen ist, demonstrieren die seit 15 Spieltagen führenden Bayer-Profis Selbstvertrauen. «Wer 22 Spiele ungeschlagen ist, kann mit breiter Brust auflaufen. Das haben wir uns verdient», sagte Torjäger Stefan Kießling vor dem Spiel seiner Mannschaft bei Werder Bremen.

Bleibt die Mannschaft von Trainer Jupp Heynckes auch im Weserstadion ohne Niederlage, egalisiert sie den bisherigen Startrekord der Bayern aus dem Saison 1988/89 - der wurde damals pikanterweise ebenfalls unter Heynckes aufgestellt. Wie Kießling gab sich auch Heynckes zuversichtlich: «Ich war letztes Jahr in München. Da waren sie am Ende froh, dass sie Zweiter geworden sind. Sie werden auch in diesem Jahr zufrieden sein, wenn sie wieder Zweiter werden - das bedeutet schließlich die Qualifikation für die Champions League.»

Es passt ins Bild von einem Fernduell auf Augenhöhe, dass auch den punktgleichen Münchnern im fränkisch-bayrischen Derby beim 1. FC Nürnberg eine Bestmarke winkt. Zehn Bundesliga-Siege in Serie gelangen bisher nur Borussia Mönchengladbach (1986/87) und dem VfL Wolfsburg in der vergangenen Meistersaison.

Zudem ist der altbekannte Bayern-Dusel zurück. Sowohl beim Sieg am vorigen Spieltag gegen Dortmund (3:1) als auch beim 2:1 in der Champions League gegen Florenz profitierte der Rekordmeister von zweifelhaften Schiedsrichter-Entscheidungen. Der Reiz des ohnehin brisanten Duells gegen den vom Abstieg bedrohten Club erhöht sich durch den Einsatz von Andreas Ottl und Breno. Die beiden Profis begannen die Saison im Bayern-Trikot, laufen aber seit der Winterpause für Nürnberg auf. Ottl weiß um die Stärke der Bayern, sieht sein neues Team aber nicht chancenlos: «Wir können für eine Überraschung sorgen. Dafür müssen wir kratzen, beißen und die Fehler der Bayern ausnutzen.»


Die Zuversicht, erstmals seit 56 Spieltagen wieder vorn zu liegen, ist gewachsen. Schließlich muss Leverkusen beim Spiel in Bremen auf den gelbgesperrten Erfolgsgaranten Sami Hyypiä verzichten. Wann immer der routinierte Manndecker zum Einsatz kam, blieb Bayer unbesiegt. Die bisher einzige Saison-Pflichtspielniederlage bezog das Team im Pokal beim 1. FC Kaiserslautern - als Hyypiä wegen einer Erkältung pausierte. Doch auch der FC Bayern beklagt den Ausfall eines wichtigen Spielers. Wegen einer Prellung am rechten Unterschenkel pausiert Franck Ribéry. Zur Erleichterung von Trainer Louis van Gaal droht dem Franzosen jedoch kein erneuter langer Ausfall: «Er ist verletzt, aber nicht so schwer.»

Nicht nur die Bayern, sondern auch die Schalker sehnen eine Bayer- Niederlage herbei. Noch immer liegt der Revierclub dank einer Serie von zuletzt acht Spielen ohne Niederlage mit einem Rückstand von nur drei Punkten in Lauerstellung. Nicht nur deshalb wird Trainer Felix Magath am 23. Spieltag eine tragende Rolle als Hauptdarsteller zuteil. Erstmals seit seinem Titelgewinn im Vorjahr mit Wolfsburg kehrt er an seine alte Wirkungsstätte zurück. «Ich habe viele schöne Erinnerungen an Wolfsburg. Aber es ist nicht meine Art, vor dem Wiedersehen in die Vergangenheit zu blicken. Ich kann eigentlich immer recht schnell abhaken», sagte der Schalke-Coach.

Anders als die Spitzenteams machen die Kellerkinder aus Berlin und Hannover durch Negativserien von sich reden. Nach elf sieglosen Spielen steht der Drittletzte Hannover in Dortmund unter Zugzwang. Selbst der Trainerwechsel blieb ohne die erhoffte Wirkung: In vier Partien unter der Regie von Bergmann-Nachfolger Mirko Slomka gab es vier Niederlagen. Dennoch glaubt Clubchef Martin Kind weiter an den Klassenverbleib. «Ja, die Elf hat Qualität, was sie schon bewiesen hat. Entscheidend ist, dass die Meinungsbilder im Team zu Führungsspielern werden», sagte er dem «Kicker».

Auch Hertha-Coach Friedhelm Funkel hat die Hoffnung auf ein Wunder noch nicht aufgegeben. Doch bei fünf Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz ist für das Schlusslicht ein Sieg in Freiburg Pflicht. Die wachsende Kritik an seiner Arbeit bezeichnete Funkel, dem seit seinem Amtsantritt in 15 Bundesligaspielen nur ein Sieg gelang, als «maßlos übertrieben»: «Wir sind auf dem richtigen Weg.»

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