Grafites Gruß an Magath - VfL sieht sich gestärkt
19.02.2010, 16:04 Uhr
Wolfsburgs Grafite beim Bundesligaspiel gegen Dortmund.
Villarreal (dpa) - Pünktlich zum Wiedersehen mit Meistermacher Felix Magath wieder in Torlaune und das Europa-League-Achtelfinale fest im Blick - Torjäger Grafite hat den deutschen Fußball-Meister VfL Wolfsburg auf Kurs gebracht. Zwar verpasste der VfL mit dem 2:2 beim FC Villarreal im Zwischenrunden-Hinspiel einen möglichen Sieg, doch dank des Doppelpacks (65. Minute/84., Foulelfmeter) vom zuletzt als «Chancentod» verspotteten Grafite setzten die «Wölfe» das geforderte Ausrufezeichen. Durch die gute Ausgangslage für das Rückspiel in einer Woche strotzt der Meister vor dem Bundesliga-Duell mit Magaths FC Schalke plötzlich vor Selbstvertrauen. «Am Sonntag wollen wir ein großes Spiel abliefern», kündigte Grafite noch in den Katakomben des Stadions «El Madrigal» an. Der laut Abwehrspieler Marcel Schäfer «beste Auftritt der Rückrunde» beim heimstarken spanischen Vizemeister von 2008 nährt die Hoffnung, dass das Ende der Talfahrt bald erreicht ist - möglichst schon gegen den Ex-Coach. «Wir haben uns den Sieg für Sonntag aufgehoben», sagte Schäfer forsch. Dass der VfL sich trotz acht Pleiten aus den letzten 13 Pflichtspielen plötzlich stark genug fühlt, Titelanwärter Schalke zu schlagen, liegt vor allem an Grafites wiederentdeckter Torgefahr. «Das war ein Befreiungsschlag für ihn», urteilte Sascha Riether.
Der zuletzt unter Ladehemmung leidende Torschützenkönig der Meistersaison schien auch am Donnerstag sein Dauer-Leistungstief fortzusetzen. Der 30-Jährige, der zuletzt am 15. September 2009 beim 3:1 in der Champions League gegen ZSKA Moskau international getroffen hatte, agierte wie so oft unglücklich und vergab größte Chancen, wie in der 13. Minute, als er freistehend aus zwei Metern den Ball über das leere Tor drosch. «Nach der ersten Chance dachte ich: Ach du Scheiße, das wird heute nicht mein Tag», gab Grafite zu. Doch der Brasilianer arbeitete weiter und belohnt sich selbst: Mit einem strammen Schuss zum verdienten Ausgleich und gewohnter Ruhe vom Elfmeterpunkt, nachdem er vor knapp zwei Wochen gegen Bayern München seinen erster Strafstoß für Wolfsburg verschossen hatte. «Viele haben mich dafür kritisiert, dass ich an ihm festgehalten habe, aber ich war überzeugt von ihm», sagte Trainer Lorenz-Günther Köstner. |