Hoffenheim bodenständig: «Über Europa» nicht reden
Sinsheim (dpa) - 19.02.2010, 11:52 Uhr
Trainer Ralf Rangnick von Hoffenheim steht nachdenklich am Spielfeldrand.
Sturm und Drang der einstigen Himmelsstürmer aus Hoffenheim sind passé. Mittelmaß hat sich in dieser Spielzeit im Kraichgau breitgemacht. Von internationalen Ambitionen spricht bei dem «Club der Zukunft», Herbstmeister in der vergangenen Saison, im Moment niemand mehr. «Über Europa müssen wir nicht diskutieren, das macht keinen Sinn», sagt Manager Jan Schindelmeiser. Mit kleinen Schritten möchte 1899 Hoffenheim in der Bundesliga wieder noch oben. «Spiele gewinnen, Zuschauer beeindrucken mit gutem Fußball. Dann ist das eine runde Sache», lautet das Credo von Schindelmeiser. «Eigentlich», so sagt der 1899-Manager, «hat die Mannschaft nicht enttäuscht». Ordentlicher Fußball sei den Zuschauern geboten worden. «Was fehlt, ist die Überzeugung, auch mal ein Spiel drehen zu können.» Im ersten Bundesligajahr eilte das Team von Trainer Ralf Rangnick von Erfolg zu Erfolg. Die guten Leistungen riefen auch Nationalcoach Joachim Löw auf den Plan.
Und nun? Beispiel Marvin Compper: Der Aufsteiger war bislang nur noch ein Schatten seiner selbst. Das Spiel fehlerhaft, die Zweikampfwerte mit die schwächsten aller Innenverteidiger. Oder Vedad Ibisevic: Zur Zeit ist er froh, nach mehr als 700 Minuten seine Torflaute überwunden zu haben. Die Form des einstigen Toptorjägers der Liga schwankt aber noch immer nach seinem Kreuzbandriss. Hinzu kommen bei den Hoffenheimern an Disziplinlosigkeit grenzende Eskapaden auf dem Platz. Carlos Eduardo ist ein begnadeter Techniker, schlug aber gleich mehrmals über die Stränge und schadet nicht nur seinem Image und einem geschätzten Marktwert von inzwischen 14,5 Millionen Euro. Der Brasilianer hat das Spiel nicht mehr im Griff. |