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Meistergarant in der Krise: Spielmacher Misimovic

18.02.2010, 12:31 Uhr

Wolfsburgs Zvjezdan Misimovic kämpft sich am Berliner Nemanja Pejcinovic (l) vorbei.
Wolfsburgs Zvjezdan Misimovic kämpft sich am Berliner Nemanja Pejcinovic (l) vorbei.

Villarreal (dpa) - In der Vorsaison gehörte er zu den Meistergaranten, doch derzeit personifiziert Zvjezdan Misimovic das gesamte Dilemma des VfL Wolfsburg. Der bosnische Regisseur des Bundesliga-Zwölften steckt in der Krise und mit ihm lahmt das Spiel des deutschen Fußball-Meisters.

In der vergangenen Saison gelangen ihm sieben Tore und überragende 20 Vorlagen, in dieser Spielzeit sind es bislang sechs Tore und nur sechs Vorlagen. In der Rückrunde steht gar erst ein Assist für ihn zu Buche. Viel zu wenig für einen vom Kaliber des 27 Jahre alten bosnischen Nationalspielers. «Klar geht es bei mir besser als zuletzt», gibt Misimovic offen zu, der sich zudem im Streit mit Coach Lorenz-Günther Köstner aufreibt.

Die Situation drohte nach dem 1:3 gegen Bayern München vor knapp zwei Wochen zu eskalieren, als Misimovic nach seiner Auswechslung und wieder einmal schwachem Spiel den Handschlag verweigerte und seine Handschuhe wegschleuderte. «So, wie er sich verhalten hat, ist das nicht gut», rüffelte ihn Köstner, der darüber nachdachte, dem Bosnier eine Pause zu gönnen. «Es geht nicht um Namen und Verdienste», sagte der Interimscoach. Doch stattdessen spielte Misimovic beim 1:2 in Leverkusen am vergangenen Wochenende zum ersten Mal unter Köstner durch. Immerhin gelang ihm seine erste Torvorlage der Rückrunde.

Dennoch bleibt noch deutlich Luft nach oben und die Diskrepanzen mit Köstner schwelen weiter. Der 58-Jährige verweist beim anhaltenden Abwärtstrend des Meisters auf das derzeitige «Hammerprogramm» mit den Spielen gegen den HSV (1:1), die Bayern (1:3), Leverkusen (1:2) und die noch ausstehende Partie gegen Schalke. «Wir dürfen die Situation nicht schlimmer reden als sie ist», sagte Köstner, wohl auch, um seine Position zu stärken. Hoeneß hatte angekündigt, nur dann noch vor dem Saisonende auf der Trainerposition tätig zu werden, wenn der VfL noch einmal «richtige Probleme» bekommt.

Genau in diese Kerbe schlägt Misimovic nun und redet nach zwölf Pflichtspielniederlagen in Serie offen vom Kampf um den Klassenverbleib. «Die Hammerspiele kommen erst noch, wenn es nach Hannover, Nürnberg und Freiburg geht», widersprach er dem Coach. «Solange wir keine Punkte holen, macht es keinen Sinn davon zu sprechen, dass wir Fortschritte machen.»

Die Situation ist nicht unbekannt für den 45-fachen bosnischen Nationalspieler. Mit dem 1. FC Nürnberg stieg er 2008 ab, nachdem der «Club» in der Saison zuvor den Pokal gewonnen hatte. Danach wechselte er nach Wolfsburg und wurde Meister. Die Geschichte könnte sich nun zumindest ansatzweise wiederholen. Auch wenn die Situation beim VfL angesichts von acht Punkten Vorsprung auf die Abstiegsränge noch nicht so dramatisch ist, wie damals in Nürnberg, sprach Misimovic via «Sportbild» bereits offen vom Abschied aus Wolfsburg.


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