Mit Peter Niemeyer kam die Wende. Als Thomas Schaaf den robusten Mittelfeldspieler vor zwei Wochen von der Bank in die Startelf beorderte und im Mittelfeld statt auf die klassische Werder-Raute auf die doppelte Sechs setzte, endete die Bremer Krise.
«Er hat seinen Anteil daran, dass wir in der Defensive wieder besser stehen», lobte Clubchef Klaus Allofs den 26 Jahre alten Mittelfeldspieler, der seine fußballerische Ausbildung bei Werders Europa-League-Gegner Twente Enschede erhalten hat. «Er hat gezeigt, dass man auch mal Grätschen muss, bevor man etwas spielerisch löst, und andere mit dieser Art mitgerissen», sagte Allofs.
Die Fußball-Liebhaber schwärmten in der Hinrunde über Werders Zauber-Kicker wie Mesut Özil, Marko Marin und Aaron Hunt, doch als es nicht mehr lief, wurden die Defizite im kämpferische Bereich deutlich. Die neue Taktik und der Einsatz von Niemeyer für Tim Borowski halfen bei der Wende. «Er kommt sehr viel über seinen Einsatz, über Willen und über seine Laufbereitschaft», charakterisierte der Trainer Niemeyer vor dem Hinspiel in Enschede.
Niemeyer hat einen ungewöhnlichen Weg genommen. Der aus dem münsterländischen Hörstel-Riesenbeck stammende Spieler ging als 15-Jähriger nach Enschede, durchlief die Jugendabteilung von Twente und blieb acht Jahre beim niederländischen Erstligisten, ehe er nach 106 Einsätzen in der «Ehredevisie» in der Bundesliga ankam. Vor zwei Jahren entschied sich der ehemalige U21-Nationalspieler für Werder.
Eine Erfolgsgeschichte war sein Werder-Engagement bisher nicht. 21 Einsätze, davon viele als Einwechselspieler, sind deutlich weniger als er selbst erwartet hatte. Im Winter spielte Niemeyer gar mit dem Gedanken, Werder zu verlassen - aber der Club lehnte das Ansinnen des Profis ab.