Für Torhüter Frank Rost vom Fußball-Bundesligisten Hamburger SV verkommt das Profi-Geschäft zu «einer bunten Scheinwelt».
«Das ist doch nicht mehr das normale Leben, wenn man sich den ganzen Hype ansieht. Das ist mir alles zu abgehoben», sagte der 36 Jahre Schlussmann der «Sport-Bild». Als Beispiel nannte er die Nationalspieler, die heutzutage «fast einen höheren gesellschaftlichen Stellenwert als die Bundeskanzlerin» besäßen.
Zudem stürzten zu viele unterschiedliche Interessen auf die Spieler durch Berater, Vereine, Sponsoren und Medien ein. «Und durch die ganze Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit ist der Druck auf Spieler viel größer als früher. Sie dürfen sich keinen Fehler mehr erlauben», sagte Rost. Es prassele so viel auf den Einzelnen ein, dass das kaum noch zu verarbeiten sei. Wenn ein Spieler dann nicht funktioniere, stehe er gleich am Pranger, meinte der Sachse.
Rost, der seit knapp 15 Jahren in der Bundesliga spielt, steht noch bis 2011 im Tor der Hamburger. Unklar ist, ob er danach seine Karriere beendet. «Das weiß ich nicht», sagte der Torwart, der bislang 384 Bundesliga-Spiele für Werder Bremen, Schalke 04 und den HSV bestritten hat.