Fandel: Vorschlag zu Referee-Wesen bis Mitte März
Kyllburg (dpa) - 17.02.2010, 14:07 Uhr
Lutz Michael Fröhlich (l) und Herbert Fandel bei einer Tagung in München.
Der ehemalige FIFA-Referee Herbert Fandel will innerhalb eines Monats Vorschläge für eine Neustrukturierung des Schiedsrichterwesens unterbreiten. Bis zur nächsten Präsidiumssitzung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) Mitte März solle eine Vorlage erarbeitet werden, sagte Fandel der Deutschen Presse-Agentur dpa. Wie seine früheren Schiedsrichter-Kollegen Hellmut Krug und Lutz Michael Fröhlich gehört Fandel einer neu eingesetzten DFB- Kommission an, die nach den Vorwürfen gegen Ex-Referee Manfred Amerell die bisherigen Strukturen im Schiedsrichterwesen kritisch prüfen soll. Amerell bestreitet derweil alle Vorwürfe. Das Ganze müsse «möglichst schnell» geschehen, erklärte Fandel: «Es muss aus meiner Sicht sehr schnell Alltag einkehren.» Eines ist für den EM-Schiedsrichter von 2008, der im vergangenen Sommer seine Bundesliga-Karriere beendet hatte, klar: «Mit Sicherheit wird das Beobachtungswesen einer Prüfung unterzogen.»
Dies dürfte im Sinne von DFB-Präsident Theo Zwanziger sein. Er sagte in der «Sport Bild»: «Es darf aus einer solchen Beziehung nicht der Verdacht einer Abhängigkeit entstehen, wenn einer der Beteiligten für die Ansetzung, Beobachtung und Bewertung von Schiedsrichtern verantwortlich ist. Wenn es so ist, dann darf er nicht mehr zuständig sein.» Am Dienstag hatte der DFB Amerell schwer belastet. «Unabhängig voneinander haben mehrere Personen in den Anhörungen zu Protokoll gegeben, von Herrn Amerell in der Vergangenheit bedrängt und/oder belästigt worden zu sein», teilte der DFB mit. Dem bisherigen DFB- Funktionär wird vorgeworfen, mindestens einen Referee sexuell belästigt zu haben. Amerell bestreitet die Anschuldigungen. Fandel sagte über Amerell: «Er war eine zentrale Figur in unserem Schiedsrichterwesen. Das, was jetzt zutage gefördert wurde, lässt das alles in einem anderen Licht erscheinen.» |