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Bayer spürt Bayerns Atem - van Nistelrooy trifft

Düsseldorf (dpa) - 14.02.2010, 13:28 Uhr

Die Leverkusener bejubeln das 1:0 durch Stefan Reinartz (verdeckt).
Die Leverkusener bejubeln das 1:0 durch Stefan Reinartz (verdeckt).

Rekordmeister Bayern München jagt den Tabellenführer mit einer imposanten Siegesserie, Trainer Jupp Heynckes feiert eine persönliche Rekordserie und Ruud van Nistelrooy hat gleich seine Qualitäten als Weltklassespieler unter Beweis gestellt.

Nach 22 Spieltagen geht es in der Fußball-Bundesliga trotz eisiger Temperaturen heiß her, der Kampf um die Meisterschaft gleicht einem Hitchcock-Krimi. Bis auf einen Treffer hat sich der FC Bayern durch den 3:1-Erfolg über Borussia Dortmund an den weiterhin unbesiegten Spitzenreiter Bayer Leverkusen herangekämpft. Trainer Jupp Heynckes feierte damit einen persönlichen Rekord: Seit 28 Spielen ist der Bayer-Coach als Trainer unbesiegt.

Doch der Vorsprung auf den Rekordmeister ist nur noch hauchdünn. Mit dem neunten Sieg in Serie haben die Bayern ihre Klasse eindrucksvoll bewiesen, zur Tabellenführung fehlt nur noch ein Tor. «Wir nähern uns, und irgendwann haben wir die Spitze», sagte Nationalspieler Bastian Schweinsteiger nach dem Sieg gegen den BVB. Vor dem Champions-League-Achtelfinale gegen den AC Florenz ließen die Bayern nach den Treffern von Mark van Bommel, Arjen Robben und Mario Gomez keine Zweifel an ihrer Titel-Mission.

Weitaus schwieriger war die Aufgabe für die Konkurrenz aus Leverkusen. Gegen Meister Wolfsburg retteten die Rheinländer einen 2:1-Erfolg über die Zeit. Dabei war Heynckes der persönliche Rekord eher unbedeutend. «Für mich ist wichtig, dass wir Erfolg haben, dass wir oben bleiben», sagte der Leverkusener Trainer nach dem 22. Spiel ohne Niederlage. Stefan Reinartz und Eren Derdiyok - unter kräftiger Mithilfe von VfL-Keeper André Lenz - trafen für die Bayer-Elf, die allmählich auf Champions-League-Kurs steuert.

Mit zwei Treffern innerhalb von 90 Sekunden kurz nach seiner Einwechslung hat Weltklasse-Stürmer Ruud van Nistelrooy seine Torjäger-Qualitäten beim Hamburger SV gleich bei seinem zweiten Kurzeinsatz aufblitzen lassen. «Das ist fantastisch», meinte der Niederländer, der mit seinem Doppelpack ebenso wie Torhüter Frank Rost mit etlichen Paraden den 3:1-Sieg der Hanseaten beim VfB Stuttgart sicherte. Damit kassierten die Schwaben nach zuletzt fünf Siegen die erste Niederlage unter Trainer Christian Gross.


Im Abstiegskampf hat der VfL Bochum mit dem 2:1-Erfolg gegen 1899 Hoffenheim einen großen Schritt Richtung Klassenverbleib gemacht. Seit sechs Spielen ist die Elf von Trainer Heiko Herrlich unbesiegt, der Vorsprung auf den Relegationsplatz beträgt bereits acht Punkte. «Gut, dass wir mal einen größeren Schritt machen konnten. Ich spüre immer noch das Messer des Abstiegsgespenstes am Hals», meinte Torhüter Philipp Heerwagen.

Ganz anders die Situation beim Tabellen-17. Hannover 96. Seit elf Spielen sind die Niedersachsen ohne Sieg, das 1:5 gegen Werder Bremen war ein weiteres Debakel. «Diese Leistung war ein Desaster. Nach dem 0:1 sind wir in eine Schockstarre gefallen», sagte der ratlos wirkende Trainer Mirko Slomka. Für die Bremer, die nach ihrer Krise den dritten Sieg in Serie schafften, war das Nord-Derby ein besseres Trainingsspiel, schon zur Pause lag Werder mit 4:0 vorn.

Auch der 1. FC Nürnberg schafft den Sprung aus dem Tabellenkeller nicht. Beim 1:2 in Mönchengladbach fühlten sich die Franken beim Siegtreffer durch Rob Friend vom Schiedsrichter benachteiligt, zeigten aber insgesamt eine schwache Leistung.

Aus der Schwäche der Konkurrenz kann Tabellenschlusslicht Hertha BSC bislang keinen Nutzen ziehen. Zwar haben die Berliner den Abstand zum Relegationsplatz von zehn Punkten zur Winterpause auf fünf verkürzen können, doch beim 1:1 gegen den FSV Mainz 05 vergab der Club erneut einen wichtigen Punkte-Dreier vor eigenem Publikum. «Um uns von unten entscheidend wegzubewegen, müssen wir beginnen, Spiele zu gewinnen», sagte Herthas Manager Michael Preetz.

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