Der DFB hatte in einer Presseerklärung den Rücktritt Amerells als «richtig und notwendig» bezeichnet, «weil Erkenntnisse vorliegen, die leider die im Raum stehenden Vorwürfe gegen Herrn Amerell bekräftigen». Die Ermittlungen sollen noch in der kommenden Woche abgeschlossen werden. «Wir arbeiten mit Nachdruck daran, sachlich, schnell und diskret, befeuern das aber nicht medial», sagte Köttker. Als Antwort auf die DFB-Mitteilung hatte Anwalt Langer den Verband aufgefordert, «Ross und Reiter» zu benennen, wann konkret irgendwelche sexuellen oder strafrechtlich relevanten Handlungen vorgenommen worden sein sollen. Der Jurist zeigte sich «erstaunt und überrascht» über die «Vehemenz» in der DFB-Mitteilung. «Wenn strafrechtlich relevante Dinge im Raum stehen, wäre der DFB verpflichtet, zu einem frühestmöglichen Zeitpunkt die Staatsanwaltschaft einzuschalten», sagte Langer. Die Behörde in Augsburg hatte erklärt, dass bislang keine Tatsachen bekannt seien, die die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens rechtfertigen. Amerell hatte von einem «sehr guten Verhältnis» und einer «intensiven privaten Freundschaft» zu Kempter berichtet. Der Schiedsrichter aus Sauldorf machte so schnell Karriere wie kein anderer vor ihm. Bei seinem Debüt im August 2006 war er mit 23 Jahren der jüngste Bundesliga-Schiedsrichter. Im Dezember 2009 rückte Michael Kempter in den Kreis der FIFA-Schiedsrichter auf und übernahm den freigewordenen Platz von Herbert Fandel.
 |