André Lenz wird sein 46. Bundesligaspiel so schnell nicht vergessen. Nicht mehr ganz so junge Fußball-Fans wurden an «Pannen-Olli» Reck erinnert, als der 36-Jährige den Auftritt des deutschen Meisters in Leverkusen maßgeblich mitentschied.
Zuerst rutschte ihm der Ball durch die Hände - 0:1. Dann legte der Wolfsburger Schlussmann mit dem Fuß nach: Eigentor, 0:2, die Vorentscheidung. «Mister Zuverlässig» nennen sie ihn beim VfL - am 22. Spieltag galt das nur stark eingeschränkt.
Tausendmal würde man so einen Ball wie vor dem 0:1 festhalten, doch in der aktuellen Situation würde jeder Fehler bestraft, meinte Lenz. Den ersten Gegentreffer durfte der Ersatz-Keeper für den verletzten Diego Benaglio getrost allein auf seine Kappe nehmen, beim zweiten, den Leverkusens Eren Derdiyok zu hohen Anteilen mitverantwortete, war es schlichtweg Pech, dass Lenz zu seiner Tor-Premiere kam.
«Ich kann mich nur bei der Mannschaft entschuldigen» - Lenz nahm die ganze Schuld auf sich, ohne dies wirklich zu müssen. Bis zum 0:1 hielt er gewohnt souverän. Trösten konnten ihn die Aufmunterungen der Mitspieler nicht, denn ohne sein Zutun «hätte der VfL hier mit 1:0 gewonnen» - ob Lenz das wirklich ernst meinte, ließ der Keeper offen.