Heynckes misstraut Serien - Meister stürzt ab
Leverkusen (dpa) - 14.02.2010, 10:36 Uhr
Die Leverkusener jubeln nach dem Abpfiff mit ihrem Torwart René Adler (r).
Bayer Leverkusen spürt den Atem des Verfolgers aus München im Nacken, bleibt unter dem Bayer-Kreuz aber cool und gelassen. Kein Wunder, präsentieren sich Jupp Heynckes und die Seinen doch meisterlich. Mit dem 2:1 (0:0) gegen den abstürzenden Titelträger VfL Wolfsburg blieb die Werkself zum 22. Mal unbesiegt, der Cheftrainer schraubte seine persönliche Rekordserie auf jetzt 28 Bundesligaspiele ohne Niederlage. Seit dem achten Spieltag hält sich Leverkusen im mittlerweile überaus dramatischen Fernduell mit den punktgleichen Bayern dank eines Gegentreffers weniger eisern an der Tabellenspitze. Heynckes lässt das äußerlich alles kalt. Vehement stritt der 64- Jährige ab, an irgendwelche Zahlenspielereien zu glauben: «Nein, das mache ich wirklich nicht.» Wichtig sei, «dass wir Erfolg haben, dass wir oben bleiben. Das andere stellt sich dann zwangsläufig ein.» In der Tat: Für Bayer läuft es bestens, und selbst die Gegner tragen dazu bei, dass der viermalige Meisterschaftszweite möglicherweise seine Titel-Premiere begehen darf.
Gäste-Torhüter André Lenz war vor 30 000 Zuschauern in der BayArena der Pechvogel des Spiels. Sein kapitaler Fehlgriff ermöglichte Stefan Reinartz das 1:0 (48. Minute), das 2:0 besorgte der 36-jährige Keeper in einer Gemeinschaftsproduktion mit Bayer-Angreifer Eren Derdiyok dann selbst (68.). Lenz nahm die Schuld daran, dass der Meister auch in der zehnten Partie nacheinander ohne Erfolgserlebnis blieb, auf sich: «Bei uns wird momentan jeder Fehler bestraft. Ich kann mich nur bei der Mannschaft entschuldigen.» Edin Dzekos Anschlusstreffer (79.) kam zu spät. Die Angst geht um: Wolfsburg ist lediglich neun Zähler vom ersten Abstiegsplatz entfernt. «Grundsätzlich müssen wir schauen, dass wir nicht noch weiter abrutschen», sagte Spielmacher Zvjezdan Misimovic im Ausblick auf die Begegnung mit Titelanwärter Schalke 04. Dann soll Italiens Weltmeister Andrea Barzagli, dem Köstner wegen der Geburt des ersten Kindes kurzfristig Urlaub gewährte, wieder dabei sein. Und dann wollen die Wolfsburger notfalls alles erzwingen: «So wie in Leverkusen müssen wir weiterarbeiten. Dann kommt das nötige Glück auch wieder zurück», meinte Sascha Riether. |