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Van Nistelrooy mit Doppelpack: «Weltklasse»

Stuttgart (dpa) - 14.02.2010, 10:11 Uhr

Die Niederländer Ruud van Nistelrooy (l) und Joris Mathisen (r) freuen über den HSV-Sieg.
Die Niederländer Ruud van Nistelrooy (l) und Joris Mathisen (r) freuen über den HSV-Sieg.

Zwei magische Momente haben Ruud van Nistelrooy genügt, um seine alte Weltklasse und Torjägerqualität eindrucksvoll zu beweisen.

Mit seinen beiden Treffern innerhalb von 90 Sekunden schoss der niederländische Neuzugang den Hamburger SV beim zuvor siebenmal in Serie ungeschlagenen VfB Stuttgart quasi im Alleingang zum Sieg. «Es ist fantastisch, so reinzukommen. Ich bin auch selbst ein bisschen überrascht», sagte der Super-Star ohne Star-Allüren zu seinem Doppelpack nur zehn Minuten nach seiner Einwechslung. «Das war ein sehr schöner Nachmittag.» HSV-Trainer Bruno Labbadia lobte van Nistelrooy nach dem 3:1 (1:0): «Ruud hat Qualität gezeigt. Er hat das sehr, sehr gut gemacht.»

Selbst die geschockten Schwaben schwärmten trotz der ersten Niederlage unter ihrem neuen Trainer Christian Gross über van Nistelrooy. «Weltklasse!», urteilte der junge Verteidiger Stefano Celozzi fast schon ehrfurchtsvoll. VfB-Kapitän Matthieu Delpierre konstatierte anerkennend: «Er steht da, wo er muss, und hat dann eiskalt verwandelt.» Sportdirektor Horst Heldt sagte: «Es freut mich, dass man einen solchen Spieler in der Fußball-Bundesliga sieht. Nur schade, dass er seine Qualitäten schon hier gezeigt hat - er hätte auch warten können.»

Dabei hatte van Nistelrooy bereits seinen Einsatz kaum erwarten können. «Beim Warmlaufen habe ich schon auf die Uhr geguckt und gedacht, dass es Zeit ist, dass ich reinkomme», verriet der 33- Jährige seine Ungeduld. «Ich war sehr motiviert und habe dem Trainer gesagt, dass ich bereit bin, mehr Minuten zu bekommen.» Schließlich durfte er bei seinem Debüt gegen den 1. FC Köln nur in der Nachspielzeit ran. Gegen den VfB wechselte ihn Labbadia nach gut einer Stunde für den unter seinen Möglichkeiten gebliebenen Mladen Petric ein.

Ohne lange Anlaufzeit zeigte «Van the Man», warum er einst zu den weltbesten «Knipsern» gehörte und dreimal Torschützenkönig der Champions League war. Obwohl wegen einer schweren Knieverletzung und zuletzt einer leichten Wadenverletzung noch nicht ganz der Alte, blitzten bei den beiden Treffern (75. und 76.) seine alten Tugenden voll auf. Marcus Berg hatte den Tabellenvierten 1:0 in Führung gebracht (23.); Christian Träsch glückte mit einem sehenswerten Schlenzer (55.) der zwischenzeitliche Ausgleich.


«Ruud hat das gemacht, weshalb wir ihn geholt haben», sagte Labbadia, einst selbst ein Vollblut-Stürmer, zufrieden. «Wir wollen ihn aber sorgsam aufbauen.» Der «Matchwinner» räumte ein, dass er «nach jedem Tor platt» war, weil ihn die «Sprints über 50 bzw. 30 Meter» viel Kraft gekostet hätten. Mindestens genau so gut wie van Nistelrooys Doppelschlag gefällt Labbadia das bescheidene Auftreten des Super-Stars: «Ruud verhielt sich vom ersten Tag an wie ein Top- Profi und völlig normal - und das ist heute nicht mehr normal. Wie er sich verhält, da geht einem Trainer das Herz auf.»

Mit einem Mann wie van Nistelrooy hätte Gross seine Erfolgsserie sicher fortgesetzt. So blieb ihm nur, fair die «abgeklärte Leistung» des HSV zu würdigen, die bei den ersten beiden Gegentreffern durch eklatante Abwehrfehler begünstigt worden war. «Und neben van Nistelrooy war Rost entscheidend», strich der Schweizer den großen Anteil des HSV-Keepers am Sieg heraus. Frank Rost vereitelte vor van Nistelrooys Doppelschlag ein halbes Dutzend Mal glänzend weitere Gegentreffer. Er trug wesentlich dazu bei, dass die Negativserie nach drei sieglosen Partien endete und Hamburg eine gelungene Generalprobe auf das Europa-League-Duell gegen PSV Eindhoven feierte.

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