Heynckes-Rekord nach Bayers 2:1 gegen Wolfsburg
Leverkusen (dpa) - 13.02.2010, 19:05 Uhr
Bayers Bender (M) setzt sich gegen Wolfsburgs Josue (r) und Misimovic durch.
René Adlers Umarmung war für André Lenz kein wirklicher Trost. Der Torwart des VfL Wolfsburg wusste, dass er mit seinem Fehler vor dem 0:1 durch Stefan Reinartz (48. Minute) und einem Eigentor (68.) das 1:2 (0:0) bei Bayer Leverkusen in hohem Maße mit zu verantworten hatte. «Bis zum 0:1 hat er bestens gehalten. Dann ist die Mannschaft für diese Sache bestraft worden, nicht der einzelne», kommentierte Interimscoach Lorenz-Günther Köstner die entscheidenden Szenen des Spiels. «Der Torwart sieht immer ein bisschen blöd aus. Aber er ist alt und erfahren genug, um das wegzustecken», hielt auch VfL-Spielmacher Zvjezdan Misimovic fest, dass nicht der 36-jährige Lenz allein die Schuld an der Niederlage trug, die durch Edin Dzekos 1:2 (79.) gemildert wurde. «Wir haben die Leverkusener nicht so zur Entfaltung kommen lassen, wie sie es oft gezeigt haben. Und als Mannschaft haben wir gut zusammengearbeitet», sagte Armin-Veh-Nachfolger Köstner.
Doch Wolfsburg ist nun schon seit zehn Partien ohne Sieg, die Lage wird bedrohlich. Ganz anders sieht es beim viermaligen Meisterschafts-Zweiten Leverkusen aus, der auch am 22. Spieltag ungeschlagen blieb. «Damit beschäftige ich mich wirklich nicht, da schaue ich nicht drauf», sagte Chefcoach Jupp Heynckes zu seinem persönlichen Rekord: Der Trainer der Werkself ist seit 28 Bundesliga- Partien nacheinander unbesiegt. Dank des Reinartz-Treffers nach dem Lenz-Aussetzer und dem Eigentor des «Unglücksraben» stellten die Gastgeber vor 30 000 Zuschauern die Club-Bestmarke aus der Saison 1997/1998 von 22 Partien ohne Niederlage ein, als Bayer zwischen dem achten und 29. Spieltag nicht verloren hatte. Nach zuletzt fünf Heimsiegen mit jeweils mindestens drei Treffern seiner Elf musste Heynckes nur den gelbgesperrten Arturo Vidal ersetzen, für den im rechten defensiven Mittelfeld Lars Bender aufgeboten wurde. Köstner hatte gleichfalls nur geringe personelle Sorgen: Lenz stand trotz eines Kapseleinsrisses im Tor, den gelbgesperrten Makoto Hasebe ersetzte Sebastian Schindzielorz, der seine Saisonpremiere gab. Für Hasebe agierte als rechter Verteidiger Sascha Riether. Neu in der VfL-Startformation stand außer Schindzielorz noch Innenverteidiger Jan Simunek. |