DFB ermittelt: Erste Vernehmungen nach Vorwürfen
Frankfurt/Main (dpa) - 11.02.2010, 17:41 Uhr
Volker Roth gibt 2005 auf einer Pressekonferenz Auskunft.
Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) wird aktiv und treibt seine Ermittlungen in der Angelegenheit um Manfred Amerell voran. Ein Verbandssprecher erklärte: «Wir prüfen den Fall.» Den konkreten Vorwurf einer Nötigung oder Belästigung bestätigte er nicht. Am Vortag hatte Vizepräsident Rainer Koch als erste Führungskraft Konsequenzen aus den Vorwürfen gegen den früheren Bundesliga-Referee gezogen und seine Zuständigkeit für die Schiedsrichter abgegeben. Erste Vernehmungen mit wichtigen Beteiligten hat es bereits gegeben, weitere sollen folgen. Amerell hatte die Vorwürfe gegen seine Person bereits zurückgewiesen. Volker Roth, der Vorsitzende des DFB-Schiedsrichterausschusses, war bereits am 17. Dezember des Vorjahres davon unterrichtet worden, dass ein junger Bundesliga-Referee von Ausschuss-Mitglied Amerell belästigt worden sein soll. Koch hatte nach eigenen Angaben jedoch erst am 3. Februar von den schweren Vorwürfen erfahren; das Vertrauensverhältnis war erschüttert: Der DFB-Vizepräsident sah eine Fortsetzung seiner Zuständigkeit für das gesamte Schiedsrichterwesen nicht mehr möglich.
«Nach den DFB-Statuten ist der Präsident zu informieren und nicht der Vizepräsident. Genau das habe ich getan», sagte Schiedsrichter-Chef Roth im Fachmagazin «kicker». Einen Termin, an dem er DFB-Präsident Theo Zwanziger die Information über die Vorwürfe gegeben hat, nannte Roth nicht. Laut der Tageszeitung «Die Welt» sei schon auf der außerordentlichen DFB-Präsidiumssitzung vor einer Woche die Frage diskutiert worden, wie lange die Vorwürfe intern bereits bekannt seien. Sie sind offenbar erst später über einen weiteren Schiedsrichter-Funktionär in die DFB-Zentrale nach Frankfurt gelangt. Der Verband und Zwanziger hätten auf diese Informationen «umgehend reagiert», betonte ein DFB-Sprecher. DFB-Präsident Theo Zwanziger ist erst Mitte Januar über die Belästigungsvorwürfe eines jungen Bundesliga-Schiedsrichters informiert worden, erklärte der Verbandschef auf der Internetseite des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Nach seinen Angaben sei Manfred Amerell, der die Vorwürfe gegen seine Person bereits zurückgewiesen hatte, am 1. Februar zu einer Unterredung gebeten worden. «Wir werden unsere Linie mit der gebotenen Diskretion konsequent weiter verfolgen: Schnell und umfassend alles prüfen und auf Grundlage dieser Ergebnisse die entsprechenden Maßnahmen ergreifen», sagte Zwanziger. |