Frankfurt/Main (dpa) - 10.02.2010, 17:25 Uhr
DFB-Schiedsrichtersprecher Manfred Amerell wehrt sich gegen Vorwürfe, einen jungen Bundesliga-Referee belästigt zu haben. «Da lache ich mich kaputt, die Vorwürfe sind haltlos und aus der Luft gegriffen», sagte der 62-Jährige.
Amerell habe nach eigenen Angaben einen Münchner Rechtsanwalt beauftragt, schrieb die «Frankfurter Rundschau» in ihrer Internetausgabe. Dieser werde sich mit einer Presseerklärung an die Öffentlichkeit wenden. Im DSF sagte Amerell: «Die Vorwürfe sind haltlos, aus der Luft gegriffen und werden von mir zurückgewiesen.»
Der Internet-Ausgabe der «Bild»-Zeitung sagte er: «Was die Vorwürfe "belästigt oder genähert haben soll" anbelangt, so kann ich nur sagen, sie sind völlig haltlos, aus der Luft gegriffen und werden von mir zurückgewiesen. Alles andere liegt jetzt in Händen meines Rechtsanwalts.»
Amerell hat den DFB-Präsidenten Theo Zwanziger gebeten, ihn «aus gesundheitlichen Gründen vorläufig von seinen umfangreichen Tätigkeiten im DFB-Schiedsrichter-Ausschuss zu entbinden». Dieser Bitte sei entsprochen worden, teilte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) mit. Die Verbands-Schiedsrichter wurden bereits darüber informiert.
Nach Informationen der «Frankfurter Rundschau» soll es bei dem Treffen in der DFB-Zentrale auch um die Fragen gegangen sein, «ob und wenn ja, wie intensiv sich Amerell einem jungen Bundesliga-Schiedsrichter genähert hat». Dieser soll sich an den Chef des Schiedsrichter-Ausschusses, Volker Roth, gewandt haben.
«Für den DFB geht es jetzt allein darum, den Fall mit allem Nachdruck, größter Sorgfalt und hohem Verantwortungsbewusstsein zu prüfen. Vorverurteilung ist dabei ebenso unangebracht wie Verharmlosung», erklärte der für das Schiedsrichterwesen zuständige DFB-Direktor Stefan Hans in einer Pressemitteilung des Verbandes. «Mit Rücksicht auf die Personen können wir zum jetzigen Zeitpunkt keine weiteren Aussagen machen und bitten auch im Namen der Beteiligten um einen sensiblen Umgang mit dem Thema.»