Torjäger ohne Tore: Ibisevic auf Formsuche
Sinsheim (dpa) - 09.02.2010, 13:05 Uhr
1899-Stürmer Vedad Ibisevic (vorn) springt beim Spiel gegen Hannover zum Ball.
Die Szene hatte Symbolcharakter: Vedad Ibisevic zog von links in den Hannoveraner Strafraum, ließ zwei Gegenspieler stehen, passte zu Teamkollege Maicosuel, der den Ball per Hacke abtropfen ließ und Hoffenheims Stürmer schoss ... um Zentimeter am Tor vorbei. In dieser 57. Minute bündelte sich alles, was der Bosnier zurzeit durchmacht. Ibisevic zeigt stark ansteigende Form, macht nicht nur in dieser Situation alles richtig, doch der Ball will einfach nicht ins Tor. «Im Training mache ich die Dinger rein». haderte der 25-Jährige nach dem 2:1-Sieg gegen Hannover 96 mit sich. In der vergangenen Saison gelang dem jetzt verhinderten Torjäger in der Hinrunde praktisch alles. 18 Treffer erzielte er für die Hoffenheimer Himmelsstürmer, deren Sturmlauf vor allem dank Ibisevic bis zur Herbstmeisterschaft führte und scheinbar keine Grenzen kannte. Doch dann zog sich Ibisevic im Wintertrainingslager 2009 in einem unbeutenden Testspiel im spanischen La Mange gegen den Hamburger SV einen Kreuzbandriss zu und fiel für den Rest der Spielzeit aus.
Mit der schweren Verletzung ihres Sturmführers begann auch die Talfahrt der Kraichgauer, zumal Ibisevic zu Beginn der neuen Saison seiner Form noch hinterherlief. «Ich brauche noch ein bisschen Zeit», bat er nach den ersten holprigen Einsätzen um Geduld. Die Spritzigkeit, das Durchsetzungsvermögen und vor allem seine Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor - all das musste sich erst langsam wieder entwickeln. Sechs Treffer hat Ibisevic in der laufenden Saison bislang erzielt, allein drei davon am siebten Spieltag beim 5:1 gegen Hertha BSC Berlin. Das letzte Tor datiert nun schon vom 21. November des vergangenen Jahres, als er beim 4:0 in Köln per Foulelfmeter traf. «Wichtig ist, dass Vedad sich die Chancen überhaupt erspielt. Er ist auf dem richtigen Weg», sagte Hoffenheims Trainer Ralf Rangnick. |