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Bayer auf Rekordjagd - «Kellerkinder» unter Druck

Düsseldorf (dpa) - 05.02.2010, 13:09 Uhr

Bayer Leverkusen hat eine beeindruckende Serie von Spielen ohne Niederlage im Rücken.
Bayer Leverkusen hat eine beeindruckende Serie von Spielen ohne Niederlage im Rücken.

Bei seiner Jagd auf den Bundesliga-Startrekord will sich Spitzenreiter Bayer Leverkusen auch in Bochum nicht stoppen lassen, doch die Verfolger Bayern München und Schalke 04 liegen beim Titeldreikampf auf der Lauer.

Noch drei Spiele ohne Niederlage, und Bayer-Coach Jupp Heynckes hätte seine eigene Bestmarke aus der Saison 1988/89 eingestellt, als er mit Bayern München vom Start weg 23 Mal ungeschlagen blieb. Vier Siege in Serie, als einziges Team vor dem 21. Spieltag noch unbesiegt - Bayer geht gelassen und selbstbewusst in die Auswärtspartie beim VfL Bochum. «Ich kann mich daran gewöhnen, Tabellenführer zu sein. Das belastet mich überhaupt nicht», sagte Heynckes.

Gleichwohl warnte der Trainer-Routinier seine Profis vor dem Gegner und vor eigenem Leichtsinn. «Bochum ist in der Rückrunde genauso ungeschlagen wie wir. Das wird ein Prüfstein. Wir müssen wieder eine überdurchschnittliche Leistung abrufen.» Doch selbst VfL-Trainer Heiko Herrlich glaubt nicht so recht an die realistische Chance auf den zweiten Saison-Heimsieg seiner Elf. «Wir müssten schon an die hundert Prozent unseres Leistungsvermögens herankommen, um Leverkusen vielleicht einen Punkt abzutrotzen. Und selbst dann müsste bei denen etwas schief gehen», erklärte Herrlich, der womöglich den von Schalke ausgeliehenen Lewis Holtby erstmals aufbietet.

Nicht nur Torjäger Stefan Kießling (13 Treffer) glaubt, dass Bayer viel stabiler geworden ist. Auch sei es ein Vorteil, dass «der FC Bayern den viel größeren Druck hat als wir. Die müssen Meister werden», sagte Kießling. Zudem haben die Münchner mit dem Auswärtsspiel beim VfL Wolfsburg die vermeintlich schwerere Aufgabe. Doch der seit acht Spielen erfolglose Meister ist längst nicht mehr in der Verfassung vom April 2009, als er die Bayern mit 5:1 abfertigte. Für Bayern-Coach Louis van Gaal spielt das ohnehin keine Rolle mehr. «Es sind jetzt andere Spieler bei uns. Wir sind in einer guten Verfassung, Wolfsburg nicht», sagte der Niederländer selbstbewusst nach sieben Siegen in Serie. Der neue VfL-Trainer Lorenz-Günther Köstner betrachtet das 5:1 hingegen als Hypothek. «Die Bayern werden alles daran setzen, das Ergebnis von damals wieder geradezurücken. Wenn so ein großer Verein gedemütigt wird, vergisst er das nicht», meinte der Veh-Nachfolger vor seinem Heimdebüt.

Etwas gut zu machen hat beim ersatzgeschwächten SC Freiburg auch der Tabellen-Dritte Schalke. Die 0:1-Niederlage aus dem Hinspiel ärgert Felix Magath noch immer. «Damals haben sie uns zu einem ungünstigen Zeitpunkt erwischt.» Der Trainer schielt nach eigenem Bekunden aber nicht so sehr nach oben, sondern will die Rivalen Borussia Dortmund und Hamburger SV im Kampf um die Europapokalplätze auf Distanz halten, den Abstand möglichst sogar vergrößern. «Ich habe schon oft erlebt, wie schnell so ein Vorsprung schmelzen kann», mahnte Magath, der selbst im Vorjahr mit Wolfsburg den Endspurt in der Rückrunde mit dem Titel krönte.


Im Duell der Krisenclubs 1899 Hoffenheim und Hannover 96 kommt es zum Wiedersehen der einstigen Weggefährten Mirko Slomka und Ralf Rangnick, deren Verhältnis nach Rangnicks Rauswurf bei Schalke merklich abgekühlt ist. «Jeder weiß, dass wir ein unglaublich freundschaftliches und inniges Verhältnis hatten. Diese Freundschaft hat sehr gelitten», gab Slomka zu, der Rangnick damals auf Schalke «beerbte» und zuvor auch dessen Assistent in Hannover war.

Ohnehin geht es für beide Trainer nur darum, den Negativlauf zu stoppen. Nach fünf Pleiten hintereinander schwebt «96» auf dem 16. Platz in akuter Abstiegsgefahr. Während Slomka mit den beiden Neuzugängen Arouna Koné und Elson den «Turnaround» schaffen will, setzt Rangnick nach zuletzt sieben Spielen ohne Sieg auf die Afrika- Cup-Rückkehrer Chinedu Obasi und Isaac Vorsah, die mit dem genesenen Brasilianer Maicosuel ein Angriffstrio bilden sollen. «Wir schießen mindestens ein Tor», kündigte Rangnick das Ende der seit fünf Stunden und 17 Minuten anhaltenden Torflaute an.

Nicht minder prekär ist die Lage des Tabellen-17. 1. FC Nürnberg, der den unter Trainer Christian Gross wiedererstarkten VfB Stuttgart empfängt. Doch auch die Elf von Trainer Dieter Hecking gab beim 3:1-Sieg in Hannover ein Lebenszeichen von sich. «Der VfB ist eine Aufgabe, die sehr reizvoll ist. Ich glaube, dass es der nächste Schritt sein muss, gegen so eine Mannschaft zu bestehen», sagte «Club»-Coach Hecking.

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