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Tim Borowski: Vom Hoffnungsträger zum Mitläufer

05.02.2010, 10:57 Uhr

Tim Borowski von Werder Bremen setzt sich selbst sehr unter Druck.
Tim Borowski von Werder Bremen setzt sich selbst sehr unter Druck.

Bremen (dpa) - Er galt als einer der Hoffnungsträger des deutschen Fußballs, doch aktuell kommt Tim Borowski nicht über den Status eines Mitläufers hinaus.

Nach seinem Scheitern bei Bayern München und der Rückkehr zu Werder Bremen im vergangenen Sommer taucht der Mittelfeldspieler zu oft bei den Hanseaten unter. Von seinem Traum, der WM-Teilnahme in Südafrika, ist der 29-Jährige weiter denn je entfernt. «Natürlich haben wir von Tim mehr erwartet», bekennt Werder-Clubchef Klaus Allofs, der in Borowskis Rückkehr große Hoffnungen gesetzt hatte.

Von 2001 bis 2008 sorgte das Eigengewächs aus dem Werder-Internat in Bremen für Furore, wurde zum Nationalspieler und galt als möglicher Nachfolger von Michael Ballack. Der Wechsel nach München vor anderthalb Jahren sollte zum großen Karrieresprung werden, entpuppte sich aber als Karriereknick. Anstatt sich endgültig ins Rampenlicht zu spielen, geriet der Neubrandenburger als Reservist bei den Bayern und der Nationalmannschaft aufs Abstellgleis. Zuletzt absolvierte der blonde Hüne im EM-Viertelfinale 2008 gegen Portugal (3:2) ein Länderspiel.

Nach dem verlorenen Jahr in München deuteten viele Beobachter seine Rückkehr zu Werder ähnlich wie bei Lukas Podolskis Wechsel nach Köln als eine Flucht. «Dieses Jahr in München hat stärkere Spuren hinterlassen, als man dachte», stellt Allofs mittlerweile fest. «Man merkt Tim doch an, dass er nicht mit sich im Reinen ist. Er hat auch viel mehr von sich erwartet.» Der 29-Jährige wollte bei Werder zu alter Stärke und damit auch wieder zur Nationalmannschaft finden, doch die einstige Torgefährlichkeit ist mittlerweile völlig verloren gegangen. In dieser Spielzeit gelangen Borowski bislang zwei Tore, aber nicht ein Assist.

Allofs beobachtet bei dem 33-maligen Nationalspielern ein Verkrampfen, weil sich Borowski selbst zu sehr unter Druck setze. An frühere Glanzzeiten reichen seine Leistungen aktuell nicht im Entferntesten heran. Beim 3:4 am vergangenen Samstag in Mönchengladbach wurde er von Trainer Thomas Schaaf nach 64 Minuten ausgewechselt. Wie zuvor schon beim 2:3 gegen Bayern München, als er nach nur 18 Ballkontakten und 58 Minuten vom Spielfeld musste. «Über diese Phase müssen wir ihn jetzt hinwegbringen», sagt Allofs. Als Fehleinkauf will er Borowski nicht geltenlassen. Der Clubchef ist sich sicher, dass Borowski gestärkt aus der eigenen und der Werder- Krise kommen wird. «Ich weiß, dass er die Erwartungen unbedingt erfüllen will.»


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