Babbel: Doppelbelastung war nicht zu meistern
Stuttgart (dpa) - 03.02.2010, 15:27 Uhr
Markus Babbel war der Doppelbelastung als Trainer beim VfB Stuttgart nicht gewachsen.
Ein Eingeständnis der eigenen Überforderung und Kritik am Deutschen Fußball-Bund (DFB): Markus Babbel hat die Doppelbelastung aus der Arbeit in der Bundesliga und dem Trainerlehrgang in zwei Interviews erstmals als Grund für sein Scheitern beim VfB Stuttgart genannt . In diesem Zusammenhang hat Babbel DFB-Sportdirektor Matthias Sammer angegriffen. «Man sollte als heute Verantwortlicher nie vergessen, welche Annehmlichkeiten man selbst in der Ausbildung wahrgenommen hat. Begründete Ausnahmen sollten immer möglich sein», sagte Babbel der «Bild»-Zeitung. Sammer war einst die elfmonatige Trainerausbildung in Köln wie anderen verdienten Ex-Nationalspielern erlassen worden. Eine solche Ausnahmeregelung hatte er Babbel jedoch verweigert. Der erklärte nun, ihm sei es nicht möglich gewesen, die Arbeit auf dem Platz mit den Stuttgarter Profis und den Unterricht für die Trainerlizenz an der Sporthochschule Köln parallel zu bewältigen. «Ich kann mich nicht auf zwei Dinge hundertprozentig konzentrieren.» Sein Gefühl für die Mannschaft sei «nicht mehr hundertprozentig» dagewesen. Die Kurse hätten unheimlich viel Energie gekostet, er habe «ausgesehen wie eine weiße Wand».
DFB-Chefausbilder Frank Wormuth verwies auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa) hingegen darauf, dass der Verband Markus Babbel «wie keinem Zweiten entgegengekommen» sei. «Denn man hat ja nicht jedes Jahr einen Trainer eines Clubs, der an der Champions League teilnimmt, in der Ausbildung.» Der 49-Jährige sieht das Problem eher aufseiten des VfB. «Es wird immer wieder Ursache und Wirkung verwechselt. Jeder Verein, der einen nicht-lizenzierten Trainer einstellt, muss wissen, dass der Trainer so schnell wie möglich die Fußballlehrer-Ausbildung absolvieren muss», erklärte Wormuth. Nicht er oder Sammer hätten Babbel dazu verpflichtet, sie hätten lediglich Vorgaben des europäischen Verbands UEFA, des DFB und der Deutschen Fußball Liga (DFL) umgesetzt. Bei Babbels letztem Spiel auf der VfB-Bank, dem 1:1 gegen den VfL Bochum am 5. Dezember, habe er gemerkt, «dass ich zur Belastung werde». Tags darauf wurde er beim VfB entlassen. In der Phase davor, als der Vorjahres-Dritte und Champions-League-Teilnehmer in der Bundesliga auf Rang 16 abrutschte, sei er «leer» gewesen. «Ich konnte nicht mehr.» Die Wende schaffte erst sein Nachfolger Christian Gross. |