Die Mannschaft eilt von Erfolg zu Erfolg, und Louis van Gaal sorgt als Schmuse-Trainer für gute Laune - doch jetzt droht der heilen Bayern-Welt Ärger. Ausgerechnet Muster-Profi Ivica Olic sorgt mit einem Interview beim deutschen Fußball-Rekordmeister für Wirbel.
«Franck Ribéry hat Probleme mit dem Trainer. Jetzt hat ihm der FC Bayern ein Ultimatum gestellt: Entweder er unterschreibt einen neuen Vertrag bis zum März, oder der Coach wird nicht mehr auf ihn bauen», zitierte die kroatische Zeitung «Vecernji» den Bayern-Stürmer, der den vorzeitigen Abschied des Franzosen jedoch bedauern würde: «Ich persönlich finde, dass Ribéry ein besserer Spieler ist als Robben, obwohl Robben auch großartig ist und etwas professioneller als der Franzose».
In Luca Toni hat van Gaal einen Unruhestifter nach Italien abgeschoben, und mit Ribéry hat der 58-jährige Niederländer offenbar keine Probleme. Im Bayerischen Fernsehen fand er nur positive Worte für den Dribbelkünstler und riet ihm von einem Vereinswechsel ab. «Ich würde an seiner Stelle bei Bayern bleiben, weil sie einen guten Trainer haben und immer besser werden», sagte van Gaal. Bei Real Madrid, das den französischen Nationalspieler am Saisonende unbedingt verpflichten will, würden die Stars «nicht immer spielen. Das wissen auch ein van der Vaart, ein van Nistelrooy oder ein Raul». Im Frühjahr wollen die Bayern mit Ribéry über eine vorzeitige Verlängerung seines bis 30. Juni 2011 gültigen Vertrags sprechen.
Die Bayern sind im Moment ohne Ribéry erfolgreich, aber mit dem Comeback des Franzosen sollen sie noch besser werden. «Ribéry wird stärker denn je zurückkommen und er wird wieder ein so wichtiger Spieler wie es Robben im Moment für den FC Bayern ist», sagte van Gaal in der Sendung «Blickpunkt Sport». Auch von dem derzeit überragenden Arjen Robben erwartet er noch eine Steigerung. «Er hat sich in den letzten zwei Monaten gesteigert, aber Arjen kann noch besser werden».
Mit Robben und Ribéry sieht van Gaal «eine große Chance, Meister zu werden und den Pokal zu holen». Sportdirektor Christian Nerlinger denkt sogar an die Champions League. «Mit dieser Flügelzange kann man Europa das Fürchten lehren», sagte er in einem Interview mit dem «Münchner Merkur» (Dienstag), «ich denke generell, dass wir, wenn alle gesund und fit sind, im internationalen Geschäft eine ganz gute Rolle spielen können».
Ribérys Comeback in der Startelf lässt indes weiter auf sich warten. Auch im Gastspiel am Samstag bei Meister VfL Wolfsburg wird Ribéry zunächst wohl nur auf der Reservebank sitzen. «Er trainiert seit zwei Wochen sehr gut», berichtete van Gaal, «gegen Mainz war er schon besser als in Bremen, aber er fühlt selbst, dass er noch nicht hundertprozentig fit ist. Wenn ich denke, dass er mehr beitragen kann als die anderen Spieler, wird er spielen».
Ribéry muss sich weiter in Geduld üben, und er tut das nach Ansicht von Nerlinger «absolut professionell. Er treibt keinen Keil in die Mannschaft. Natürlich will er spielen, sonst liefe ja irgendetwas falsch». Es sei nur eine Frage der Zeit, «dass er wieder fester Bestandteil unserer Mannschaft sein wird. Franck Ribéry verstärkt jede Mannschaft dieser Welt. Wenn so ein Weltklassespieler wie Ribéry in München beim FC Bayern spielt, sollte man froh und stolz sein».