Bei seinem geglückten Debüt als Veh-Nachfolger und Wolfsburgs Interimscoach konnte Lorenz-Günther Köstner zumindest den freien Fall des Meisters stoppen. Nach dem Remis beim HSV hofft Köstner auf eine Berufung zum Chefcoach. «Ich habe nichts gefordert. Wenn mir ein Weltkonzern wie VW das Vertrauen ausspricht, bin ich erstmal stolz, werde kämpfen und genießen», sagte Köstner, dem aber nur bei Erfolgen die Beförderung winkt. «Wir haben Hammerspiele vor uns. Sollten wir die nicht erfolgreich bestreiten, werden wir vielleicht noch reagieren», sagte VfL-Manager Dieter Hoeneß. Bestens ist die Stimmung beim Rekordmeister aus München, der mit dem 3:0-Sieg gegen Mainz 05 seine Titelambitionen untermauerte. Trainer Louis van Gaal sagte der Konkurrenz nach dem siebten Sieg in Serie offen den Kampf an. «Ich denke, dass wir selbst für uns die größte Gefahr sind und nicht der Gegner», sagte der Niederländer, der sich nicht einmal über den verschossenen Elfmeter von Torhüter Jörg Butt in der torlosen ersten Spielhälfte ärgern musste. «Wir haben unser bestes Heimspiel gezeigt», frohlockte van Gaal. Für Schalkes Trainerfuchs Felix Magath aber ist auch nach der glänzenden Serie von fünf Zu-Null-Heimsiegen die Meisterschale offiziell kein Thema. Er schaue nach unten, sagte er nach dem auf 13 Punkte gewachsenen Vorsprung auf Platz sechs. «Wir müssen zusehen, dass wir den Abstand dahin weiter vergrößern», betonte Magath nach dem verdienten 2:0 gegen Hoffenheim Dank dreier Tore von Stürmer Albert Bunjaku beim 3:1-Sieg im Kellerduell bei Hannover 96 kann der Vorletzte 1. FC Nürnberg wieder Mut im Abstiegskampf schöpfen. Trainer Dieter Hecking genoss den Erfolg bei seinem Ex-Club Hannover. Der Vorsprung der Niedersachsen auf den «Club» schmolz auf einen Punkt. Mirko Slomka hat viel Arbeit vor sich. «Nach einem Rückstand sackt die Mannschaft in sich zusammen», stellte der Hannover-Coach fest. Noch dramatischer ist die Situation für Hertha BSC. Den Berlinerern gelang beim 0:0 gegen den VfL Bochum wieder kein Sieg. An eine wundersame Rettung glaubt beim abgeschlagenen Schlusslicht kaum noch jemand. Gleichwohl gibt sich Kapitän Arne Friedrich kämpferisch: «Der lange Abstiegskampf frustriert. Aber wir dürfen jetzt nicht aufgeben.»
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