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Bayern und Schalke machen Druck - Verfolger patzen

Düsseldorf (dpa) - 31.01.2010, 13:17 Uhr

Die Schalker Spieler bejubeln den Treffer zum 2:0 gegen Hoffenheim.
Die Schalker Spieler bejubeln den Treffer zum 2:0 gegen Hoffenheim.

Bayern München und Schalke 04 setzen ihre beeindruckenden Erfolgsserien an der Bundesliga-Spitze fort, doch einigen hochgehandelten Mitbewerbern um die europäischen Fleischtöpfe scheint die Puste auszugehen.

Vor allem Werder Bremen und 1899 Hoffenheim mussten am 20. Spieltag weitere bittere Pleiten hinnehmen. Mit der 3:4-Niederlage bei Borussia Mönchengladbach und der fünften Schlappe hintereinander verloren die Bremer auf Platz sechs den Anschluss nach oben. «Das ist alles eine totale Katastrophe», beschrieb Werder-Torhüter Tim Wiese die Lage.

Nicht minder enttäuscht zeigte sich Hoffenheims Coach Ralf Rangnick. Nach dem 0:2 beim Tabellen-Dritten Schalke müssen die auf Platz neun im Mittelmaß versunkenen Kraichgauer alle internationalen Ambitionen abhaken. «Es wäre Fantasterei, sich jetzt mit den Europapokalplätzen zu beschäftigen», sagte Rangnick nach der vierten Pleite in Serie an alter Wirkungsstätte frustriert. Als eines der Hauptprobleme machte der 1899-Coach die mangelnde Treffsicherheit seiner Elf aus, die einst die Liga verzückte, aber in der Rückrunde noch kein Tor erzielte. «Wir müssen jetzt den Arsch hochkriegen», sagte Torhüter Timo Hildebrand drastisch.

Ähnlich deutlich wurde Werder-Sportdirektor Klaus Allofs nach dem nur mit Mühe verhinderten Debakel in Gladbach, wo die in der Defensive einmal mehr desolaten Bremer bereits nach 18 Minuten mit 0:3 fast aussichtslos hinten lagen. Bremen droht bei schon sieben Punkten Rückstand auf den Fünften Hamburger SV, der am Freitagabend durch Piotr Trochowskis «Last-Minute-Freistoßtor» zum 1:1 gegen den VfL Wolfsburg zumindest einen Punkt rettete, eine Saison ohne Europapokal. «Das wird ganz schwer. Wir haben alles vergessen, was uns mal stark gemacht hat», meinte Allofs ratlos. Die Borussia feierte dagegen Raul Bobadilla. Mit einem Doppelpack und zwei Torvorlagen war der 22-jährige Argentinier der Mann des Tages.

Bei seinem geglückten Debüt als Veh-Nachfolger und Wolfsburgs Interimscoach konnte Lorenz-Günther Köstner zumindest den freien Fall des Meisters stoppen. Nach dem Remis beim HSV hofft Köstner auf eine Berufung zum Chefcoach. «Ich habe nichts gefordert. Wenn mir ein Weltkonzern wie VW das Vertrauen ausspricht, bin ich erstmal stolz, werde kämpfen und genießen», sagte Köstner, dem aber nur bei Erfolgen die Beförderung winkt. «Wir haben Hammerspiele vor uns. Sollten wir die nicht erfolgreich bestreiten, werden wir vielleicht noch reagieren», sagte VfL-Manager Dieter Hoeneß.


Bestens ist die Stimmung beim Rekordmeister aus München, der mit dem 3:0-Sieg gegen Mainz 05 seine Titelambitionen untermauerte. Trainer Louis van Gaal sagte der Konkurrenz nach dem siebten Sieg in Serie offen den Kampf an. «Ich denke, dass wir selbst für uns die größte Gefahr sind und nicht der Gegner», sagte der Niederländer, der sich nicht einmal über den verschossenen Elfmeter von Torhüter Jörg Butt in der torlosen ersten Spielhälfte ärgern musste. «Wir haben unser bestes Heimspiel gezeigt», frohlockte van Gaal.

Für Schalkes Trainerfuchs Felix Magath aber ist auch nach der glänzenden Serie von fünf Zu-Null-Heimsiegen die Meisterschale offiziell kein Thema. Er schaue nach unten, sagte er nach dem auf 13 Punkte gewachsenen Vorsprung auf Platz sechs. «Wir müssen zusehen, dass wir den Abstand dahin weiter vergrößern», betonte Magath nach dem verdienten 2:0 gegen Hoffenheim, zu dem der glänzend aufgelegte Kevin Kuranyi mit seinem elften Saisontor beitrug.

Dank dreier Tore von Stürmer Albert Bunjaku beim 3:1-Sieg im Kellerduell bei Hannover 96 kann der Vorletzte 1. FC Nürnberg wieder Mut im Abstiegskampf schöpfen. Trainer Dieter Hecking genoss den Erfolg bei seinem Ex-Club Hannover, dessen Talfahrt auch sein Freund Mirko Slomka nicht stoppen konnte. Der Vorsprung der Niedersachsen auf den «Club» schmolz auf einen Punkt. Slomka hat viel Arbeit vor sich. «Nach einem Rückstand sackt die Mannschaft in sich zusammen», stellte er fest. Noch dramatischer ist die Situation für Hertha BSC. Den Berlinern gelang beim 0:0 gegen den VfL Bochum wieder kein Sieg. An eine wundersame Rettung glaubt beim abgeschlagenen Schlusslicht kaum noch jemand. Gleichwohl gibt sich Kapitän Arne Friedrich kämpferisch: «Der lange Abstiegskampf frustriert. Aber wir dürfen jetzt nicht aufgeben.»

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