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Trochowski rettet HSV 1:1 - Guter Köstner-Einstand

Hamburg (dpa) - 29.01.2010, 23:02 Uhr

HSV-Trainer Bruno Labbadia (r) umarmt nach Spielende seinen Torschützen Piotr Trochowski.
HSV-Trainer Bruno Labbadia (r) umarmt nach Spielende seinen Torschützen Piotr Trochowski.

Piotr Trochowski hat den Hamburger SV vor einem Fehlstart in die Bundesliga-Rückrunde bewahrt. Eine Woche nach dem 0:1 in Dortmund rettete der erst kurz zuvor eingewechselte Nationalspieler den Norddeutschen in buchstäblich letzter Sekunde ein 1:1 (0:1) gegen den VfL Wolfsburg.

Vor 51 845 Zuschauern in der nicht ganz ausverkauften Hamburger Arena sorgte Torjäger Edin Dzeko (34.) für die Führung des so stark wie lange nicht aufspielenden VfL, der dicht vor dem ersten Erfolg nach zuvor neun Pflichtspielen ohne Sieg stand. Das Debüt von Lorenz-Günther Köstner als Interimscoach war dennoch gelungen, denn sein VfL gefiel lange durch cleveres Spiel.

«Wenn man den Spielverlauf sieht, hätten wir den Sieg klar verdient gehabt», sagte HSV-Trainer Bruno Labbadia, dessen Team trotz des einen Punkts allmählich den Anschluss an die Spitze zu verlieren droht. «Mit der Leistung meines Teams bin ich zufrieden, mit dem Ergebnis nicht.» Auch der diesmal wirkungslose Mladen Petric war enttäuscht: «Es wird immer schwieriger, wenn wir Punkte liegen lassen. Der Abstand wird immer größer.» Auch Köstner war nicht recht zufrieden. «Wenn man in der letzten Minute den Ausgleich kassiert, und das nach einem Freistoß, den man nicht pfeifen darf, dann ist das sehr, sehr bitter», sagte der Veh-Nachfolger zum von Referee Kinhöfer (Herne) in der 2. Minute der Nachspielzeit verhängten Freistoß. Ihm soll ein Foul von Makoto Hasebe an Eljero Elia vorausgegangen sein.

Im Beisein des zu Wochenbeginn verpflichteten Stürmerstars Ruud van Nistelrooy taten sich die Hamburger äußerst schwer auf dem trotz anhaltenden Schneefalls sattgrünen neuen Rasen. Dem nach der langen Misserfolgsserie unter Vorgänger Armin Veh von Interimscoach Köstner defensiv eingestellten «Wölfen» eröffneten sich so Konterchancen, die Dzeko (4.), Grafite (12.) und Christian Gentner (22.) allerdings ungenutzt ließen. Erst nach rund 20 Minuten kamen die Hanseaten, bei denen Elia und Marcus Berg den Vorzug vor Trochowski und Tunay Torun erhielten, besser ins Spiel - und sofort ergaben sich auch für sie gute Einschussmöglichkeiten.

Erst Mladen Petric (23.) per Freistoß den Außenpfosten. Dann rettete André Lenz, der erneut VfL-Stammkeeper Diego Benaglio (Knieprobleme) vertrat, glänzend bei Kopfbällen von Marcell Jansen und Berg (24.). Nachdem der Schwede acht Minuten später knapp am Gäste-Gehäuse vorbei gezielt hatte, machte es Dzeko auf der anderen Seite besser: Mit links schlenzte er zur nicht einmal unverdienten Führung der clever und klug gestaffelt agierenden Wolfsburger ein. Es war der neunte Saisontreffer des Bosniers, der dabei allerdings auch etwas Glück hatte, weil er den Ball zuvor mit dem Oberarm mitnahm.

Nach Wiederanpfiff setzte der HSV zum erwarteten Sturmlauf an, während der Gegner längst nicht mehr so kompakt stand wie in den ersten 45 Minuten und gehörig unter Druck geriet. Erst traf David Rozehnal (52.) per Kopf nur die Latte, dann konnten Jansen (55.) und Elia (61.) den starken VfL-Rückhalt Lenz nicht überwinden. Mit der gleichzeitigen Hereinnahme von Trochowski, Guy Demel und Jonathan Pitroipa (77.) versuchte Labbadia in der Schlussphase, noch einmal für neuen Schwung im Spiel der Hausherren zu sorgen. Doch dem HSV blieb das Pech treu: Bei Demels Kopfball (84.) rettete Josué für den schon geschlagenen Lenz auf der Linie. Erst Trochowski erlöste die Gastgeber per Freistoß mit dem allerdings verdienten Ausgleich.


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